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Gesamtösterreichischer Universitätsentwicklungsplan (GUEP)

Der Gesamtösterreichische Universitätsentwicklungsplan (GUEP) ist ein technisch-strategisches Planungsinstrument des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), das der Gesamtgestaltung der österreichischen Universitätslandschaft dient. Es dient als Grundlage für die Entwicklungspläne und für die Leistungsvereinbarungen der öffentlichen Universitäten.

GUEP als zentrales strategisches Planungsinstrument des BMBWF

Seit seiner Erstfassung 2015 ist der sogenannte „gesamtösterreichische Universitätsentwicklungsplan“ (GUEP – sprich „GÜP“) das technisch-strategisches Planungsinstrument, auf dem die Weiterentwicklung und strategische Ausrichtung der 22 öffentlichen Universitäten in Österreich aufbaut. Das geschieht, indem das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) – im Wege eines schriftlichen Konsultationsprozesses, in dem alle wichtigen Stakeholder einbezogen sind – Systemziele definiert, die die Gesamtgestaltung der österreichischen Universitätslandschaft betreffen.

GUEP ergänzt Universitätsfinanzierung NEU

Was das genau bedeutet, führt § 12b Absatz 1 Universitätsgesetz (UG) genauer aus. Demnach dient der GUEP der „Entwicklung eines überregional abgestimmten und regional ausgewogenen Leistungsangebots, einer für das österreichische Wissenschaftssystem adäquaten und ausgewogenen Fächervielfalt, der Lenkung von Studienangebot bzw. Studiennachfrage, der Auslastung der Kapazitäten sowie der Forschung.“ Er baut dabei auf den Entwicklungsplänen der einzelnen Universitäten auf, die die individuellen, strategischen Zielsetzungen jeder Universität für die kommenden drei Jahre enthalten. Der GUEP ist dabei im Zusammenhang mit der Universitätsfinanzierung NEU und insbesondere der damit verbundenen Kapazitätsorientierung in der Lehre zu sehen. Das ist auch der Grund, weshalb es wichtig ist, dass die ihm zugrundeliegenden Kennzahlen (allen voran die Studierenden, die Prüfungsaktivität, die Studienabschlüsse, die Betreuungsverhältnisse und das wissenschaftliche Personal betreffend) aktuell sind.

GUEP als Grundlage für die Leistungsvereinbarungen

Dazu definiert und priorisiert der GUEP Systemziele, die das Universitätssystem in seiner Gesamtheit betreffen. Sie stellen eine wichtige Grundlage für die Leistungsvereinbarungen (LV) dar, die die Universitäten alle drei Jahre mit dem BMBWF zwecks ihrer Finanzierung abschließen. Denn dort werden sie auf individuelle Zielwerte und konkrete Indikatoren für die einzelne Universität heruntergebrochen, die diese bis zum Ende der Leistungsvereinbarungsperiode erreicht haben sollte. Daher sieht § 12b Absatz 3 Universitätsgesetz auch vor, dass der GUEP „nach vorheriger Anhörung des Wissenschaftsrats bis spätestens Ende des ersten Jahres jeder Leistungsvereinbarungsperiode (…) aktualisiert“ werden soll. Konkret bedeutet das, dass der GUEP für jeweils zwei Leistungsvereinbarungsperioden – also sechs Jahre – erlassen und gleichzeitig alle drei Jahre – in Vorbereitung auf die kommenden Leistungsvereinbarungen – auf den neuesten Stand gebracht wird.

GUEP 2019 bis 2024 mit acht Systemzielen

Das ist der Grund, weshalb derzeit (noch)  der bislang zweite GUEP 2019 bis 2024  (PDF, 1 MB)in Kraft ist, der Ende 2017 veröffentlicht wurde, auch wenn die dritte Fassung bereits ausgearbeitet wurde.
Er sieht folgende acht Systemziele vor, die jeweils mithilfe mehrerer Umsetzungszielen genauer konkretisiert werden.

BMBWF legt Neuauflage des GUEP 2022 bis 2027 vor

Mit Jahresende hat das BMBWF die Neuauflage des GUEP für die Jahre 2022 bis 2027 vorgelegt. Sie umfasst mehr als eine bloße Aktualisierung, weil sich die Hochschullandschaft stetig verändert und weiterentwickelt. Daher gilt es, alle drei Jahre die gesetzten Systemziele zu hinterfragen und nachzuschärfen. Das gilt ganz besonders für die Zielsetzungen, die den globalen Wandel betreffen, der sich derzeit auf allen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und sozialen Ebenen vollzieht. Konkret betrifft das die Themen Nachhaltigkeit, digitale Transformation und die Anforderungen an den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) aufgrund der voranschreitenden Technisierung. Formal wurden zudem die System- und Umsetzungsziele des GUEP überarbeitet und reduziert. Deshalb enthält der GUEP 2022 bis 2027 nur mehr sieben statt acht Systemziele.

Zielvorgaben für die LV-Periode 2022 bis 2024

Mit Ende Oktober 2020 wurde der GUEP 2022 bis 2027 dahingehend aktualisiert, dass nun auch Gesamtzielwerte der Basisindikatoren der Universitätsfinanzierung NEU (Entwicklung der Prüfungsaktivität, der Betreuungsverhältnisse und der sogenannten Forschungsbasisleistung – also des wissenschaftlichen Personals) – für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode 2022 bis 2024 dargestellt werden.

  1. Betreuungsverhältnisse: Für die Qualität der Lehre ist die Betreuungsrelation entscheidend – also das Zahlenverhältnis, wie viel (prüfungsaktive) Studierende auf eine/Lehrende/n kommen. Im Studienjahr 2018 betrug sie 38,4, weil 4.591,1 Vollzeitäquivalente des wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Personals 176.309 prüfungsaktive Studierende zu betreuen hatten. Dieser Wert soll bis zum Ende des Studienjahres 2022/23 auf 36,5 sinken.
  2. Prüfungsaktivität: Der GUEP geht davon aus, dass die Prüfungsaktivität von derzeit 176.309 im Studienjahr 2018/19 auf 180.000 im Studienjahr 2022/23 weiter ansteigen wird (auf ein Plus von rd.3.700 prüfungsaktive Studien oder +2,1%). Dabei soll insbesondere ein Schwerpunkt auf Studien in den MINT-Fächergruppen (Fächergruppen 2 und 3) gelegt werden. Insgesamt soll sich der Anteil der prüfungsaktiv betriebenen Studien von aktuell 60% auf 63% erhöhen.
  3. Forschungsbasisleistung: In der LV-Periode 2022 und 2024 ist eine weitere Aufstockung des wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Personals um zusätzliche 60 Professuren bzw. Vollzeitäquivalente vorgesehen. Damit soll der Kurs der vergangenen Jahre – durch mehr Personal die Betreuungsverhältnisse zu verbessern und so auch die Zahl der Abschlüsse zu steigern - fortgesetzt und nachhaltig abgesichert werden. Die bis zum Studienjahr 2022/23 angestrebte Zahl der Studienabschlüsse beträgt rund 33.500. Das entspricht einem realen Zuwachs von +1,5%. Darüber hinaus bedeutet jede zusätzliche Professur eine wichtige und langfristige Investition in die universitäre Forschung. Das zeigt sich bereits in der LV-Periode 2019 bis 2021, in der 360 neue Professuren und Vollzeitäquivalente geschaffen werden.

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