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MINT-Gütesiegel: Bereits 449 MINT-Kindergärten und MINT-Schulen in Österreich

Faßmann, Knill, Petz und Fouquet zeichneten österreichweit 58 neue MINT-Bildungseinrichtungen aus – 87 Rezertifizierungen heuer erstmals in den Bundesländern übergeben

Der große Festsaal im Haus der Industrie erstrahlte am Montagnachmittag ganz in Mint und bot damit einen würdigen Rahmen für das große Finale des zum fünften Mal verliehenen MINT-Gütesiegels. Nach einjähriger, COVID-bedingter Pause übergaben Bundesminister Heinz Faßmann, der Präsident der Industriellenvereinigung Georg Knill, die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Wien Ruth Petz und der Präsident der Wissensfabrik Österreich Klaus Peter Fouquet, heuer das begehrte „MINT-Gütesiegel 2021-2024“ wieder persönlich. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen freuten sich die Initiatorinnen und Initiatoren über das stetig steigende Interesse der Bildungscommunity an dieser Zertifizierung und über die hohe Qualität der Einreichungen: Insgesamt wurden 145 Einreichungen vom Kindergarten bis zur Matura von einer Fachjury für die Auszeichnung empfohlen. Darunter befinden sich jene 58 Bildungseinrichtungen, die zum ersten Mal eingereicht haben und heute im Rampenlicht der großen Festsaalbühne standen. 87 Bildungseinrichtungen erhielten eine Rezertifizierung und wurden heuer erstmals auf regionaler Ebene in den Bundesländern geehrt.

Bundesminister Faßmann skizzierte Gründe, warum das MINT-Gütesiegel große Bedeutung hat: „Wenn wir unserer Jugend die Tür zu Bildungs-und Berufswegen im MINT-Bereich öffnen wollen, müssen wir möglichst früh damit beginnen. Als Bildungsminister ist es mir ein Anliegen, bereits ab dem Kindergarten über die gesamte Bildungskette hinweg das Interesse an MINT kontinuierlich zu wecken und zu fördern. Um möglichst viele Kinder und Jugendliche für dieses Zukunftsfeld zu gewinnen, müssen wir künftig noch stärker Synergien zwischen Bildungseinrichtungen, der Verwaltung sowie Unternehmen nutzen. Durch die Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure ermöglichen wir eine gelungene MINT-Bildung. Die erstmalige regionale Auszeichnung mit dem MINT-Gütesiegel der wiedereinreichenden MINT-Schulen und MINT-Kindergärten durch die Bildungsdirektionen und IV-Landesgruppen ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Auch die Netzwerkaktivitäten der ausgezeichneten Bildungseinrichtungen haben Vorbildfunktion“, so der Bildungsminister.

IV-Präsident Knill verwies darauf, dass MINT schon heute allgegenwärtig ist, „denn ohne Naturwissenschaft und Technik kein Smartphone, kein Elektroauto und schon gar kein Impfstoff“. MINT werde aber noch entscheidender für unsere Zukunft sein. „Unser Wohlstand, aber auch die großen Herausforderungen unserer Zeit sind unweigerlich mit Technologie verbunden. Egal ob es um den Klimawandel oder die digitale Transformation geht – MINT liefert uns die Lösungen“, so der IV-Präsident. Österreich brauche daher noch mehr Talente, die sich hier beruflich engagieren wollen – und ebenso mehr Technologieaffinität in der Gesellschaft. „Es werden immer mehr Menschen aus anderen Wissensgebieten nötig sein, um die komplexer werdenden Techniklösungen zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit klappt nur, wenn man eine gemeinsame Sprache hat und diese schon in Kindergarten und Schule fördert. Und diese Sprache heißt MINT“, so Knill abschließend.

Für Rektorin Petz zeigt das Gütesiegel die hervorragende Arbeit auf, die an vielen Schulen im MINT-Bereich geleistet wird. „Eine wichtige Rolle für einen begeisternden MINT-Unterricht spielen die Lehrerinnen und Lehrer. Unsere Aufgabe als Pädagogische Hochschule ist es, sie dabei bestmöglich zu unterstützen. Aus diesem Grund werden unsere Angebote im MINT-Bereich in Aus- und Weiterbildung auch kontinuierlich ausgebaut“. In diesem Zusammenhang verwies Rektorin Petz auch auf die MINT-Best-Practice-Broschüre (www.mintschule.at/bestpractice/). Diese Sammlung guter Praxis zeigt auf, welche konkreten Maßnahmen in MINT-Bildungseinrichtungen bereits umgesetzt werden und gibt interessierten Organisationen Werkzeuge in die Hand, um die MINT-Förderung der Kinder und Jugendlichen zu stärken.

Wissensfabrik-Präsident Fouquet hob die Bedeutung der MINT-Qualifikationen hervor, deren gesellschaftlicher Beitrag sich gerade in der COVID-Pandemie überdeutlich gezeigt hat. „Eine solide naturwissenschaftlich-technische Grundbildung ist von großer Bedeutung – für die Jugend, die Wirtschaft und die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, benötigen hochqualifiziertes Personal im MINT-Bereich. In Österreich leiden jedoch drei von vier Industrieunternehmen unter Personalengpässen in Technik und Produktion, sowie Forschung und Entwicklung. Was auf der einen Seite ein großes Problem für die Unternehmen darstellt, spiegelt auf der anderen Seite eine große Zukunftschance für die Jugend wider. Mit MINT-Wissen und Qualifikationen stehen alle Türen in der modernen Berufswelt offen. Wir brauchen daher noch mehr innovative Schulen und Kindergärten mit MINT-Fokus.“

Barbara Streicher, Geschäftsführerin des Vereins Science Center Netzwerk und Jurysprecherin des MINT-Gütesiegels unterstrich die Bedeutung der Vernetzung mit außerschulischen Lernorten wie Museen, Science Centern, Forschungseinrichtungen oder lokalen Unternehmen, um authentische Erlebnisse und realistische Bilder und von MINT-Ausbildungswegen und MINT-Berufen zu vermitteln. Aufzuzeigen, welchen positiven Beitrag MINT im Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel oder neuen Viren leisten kann, ist für sie eine zentrale Stellschraube, um MINT-Ausbildungen auch für junge Frauen attraktiver zu gestalten.

Zahlreiche hochrangige Gäste aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft wohnten der feierlichen Übergabe der MINT-Wandplaketten und der Urkunden an die ausgezeichneten Bildungseinrichtungen bei. Das Bundesland Salzburg gab mit Bildungsdirektor Rudolf Mair, IV-Geschäftsführerin Irene Schulte sowie Direktorin i. R. der Mittelschule Grödig Elisabeth Karl einen Einblick, wie MINT-Bildung qualitätvoll auf regionaler Ebene weiterentwickelt werden kann. Martin Moder, Science Buster und Autor sowie die „Monsterfreunde“ unterhielten die anwesenden Gäste.

Das MINT-Gütesiegel ist eine gemeinsame Initiative vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Industriellenvereinigung, der Wissensfabrik Österreich und der Pädagogischen Hochschule Wien. Es stellt eine bundesweit gültige Auszeichnung für innovatives Lernen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mit vielfältigen Zugängen für Mädchen und Burschen dar. Ausgezeichnete Bildungseinrichtungen erhalten das MINT-Gütesiegel als digitales Logo für ihren Webauftritt sowie als Wandplakette für ihr Gebäude. Die ausgezeichneten Schulen und Kindergärten sind öffentlichkeitswirksam auf der „MINT-Landkarte Österreich“ unter www.mintschule.at verortet. Das Gütesiegel wird für die Dauer von drei Jahren vergeben, eine Wiedereinreichung ist nach einer Phase der Qualitätsentwicklung möglich. Die sechste Ausschreibung für das MINT-Gütesiegel wird im November 2021 starten.

Kontakt:

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Mag.a Debora Knob
T +43 1 53120-5025
debora.knob@bmbwf.gv.at