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BM Polaschek zu Internationalem Frauentag: BMBWF setzt auf Empowerment, Kompetenzauf- und -ausbau sowie Sensibilisierung

Zum Internationalen Frauentag am heutigen 8. März ist es Bildungsminister Martin Polaschek ein Anliegen für das Thema „Gewalt an Mädchen und Frauen“ zu sensibilisieren, steht doch Gewaltprävention seit vielen Jahren weit oben auf der BMBWF-Agenda. Dies unterstreichen eine Reihe von gewaltpräventiven Maßnahmen, die 2024 etwa durch die Umsetzung der Kinderschutzkonzepte an den Schulen, die Ausweitung des Projekts „Extremismusprävention macht Schule“ oder durch die Entwicklung eines Code of Conduct für den Hochschul- und Forschungsbereich erweitert werden.

Oftmals geschlechtsspezifische Dimension von Gewalt

Gewalt unter Kindern und Jugendlichen hat nicht selten eine geschlechtsspezifische Dimension, z.B. wenn es um sexualisierte Gewalt, Mobbing oder Bullying geht. Den unterschiedlichen Formen von Gewalt und aggressivem Verhalten an den Schulen soll durch Empowerment, Kompetenzaufbau und –ausbau sowie Sensibilisierung begegnet werden.

Ein zentraler Erfolgsfaktor gewaltpräventiver Arbeit ist das Erkennen der Zusammenhänge zwischen Gewalt, geschlechtsspezifischer Sozialisation und Rollendruck. „Daher ist es uns wichtig, unseren Lehrkräften Werkzeuge und Materialien im Umgang mit geschlechterspezifischer Gewalt zur Verfügung zu stellen, um den Kompetenzauf- und vor allem -ausbau nachhaltig sicher zu stellen“, umreißt Polaschek einen der Schwerpunkte.

Gegen Gewalt im Namen der Ehre

So wurde bspw. 2021 die Handreichung „Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung unter besonderer Berücksichtigung des Themas "Gewalt im Namen der Ehre“ – Basis-wissen und Herausforderungen für Schulen“ im Auftrag des BMBWF im Rahmen eines Projekts an der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum entwickelt. Die Autorin – BKA-Frauenpreisträgerin 2022 Emina Saric, MA – beschreibt pädagogische Herausforderungen und liefert Anregungen zum Umgang damit auf Grundlage ihrer Erfahrungen als Leiterin des Projektes HEROES – „Gegen Gewalt im Namen der Ehre“ in der Steiermark.

Im Studienjahr 2019/20 wurden diesbezüglich erstmals auch Fort- und Weiterbildungskonzepte zu dieser Thematik für den Einsatz in der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung entwickelt und erprobt, und seit dem Studienjahr 2021/22 werden Webinare abgehalten. Dabei werden Grundlagen vermittelt, um traditionsbedingte Gewaltformen im Klassenzimmer zu erkennen und entsprechende Maßnahmen setzen und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen zu können.

Auch im Rahmen der Kooperation des BMBWF mit dem Zentrum polis wurde die Broschüre „Tatort Familie. Gewalt gegen Frauen und Kinder: polis aktuell 2021/09“ entwickelt. Darin setzen sich die beiden Autorinnen Sabine Mandl und Patricia Hladschik mit dem vielschichtigen Begriff „Gewalt“ auseinander, behandeln Formen und Ausprägungen von Gewalt, infor-mieren über die rechtliche Situation in Österreich und werfen einen Blick auf die europäische und internationale Ebene. Zudem wird auch die Gewalt gegen Kinder in den Mittel-punkt gestellt und der Frage nachgegangen, wie Lehrkräfte bei Verdachtsfällen reagieren und handeln können.

Kinderschutzkonzepte gesetzlich verankert

Handlungskompetenz ist auch im Kontext der Novelle des Schulunterrichtsgesetzes 2023 wichtig, wird darin doch für jede Schule die Erstellung und Umsetzung eines Kinderschutzkonzepts vorgeschrieben. Dieses soll die Schülerinnen und Schüler vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt an Schulen bewahren. Jede Schule soll bis zum Schuljahr 2024/2025 ihr eigenes Kinderschutzkonzept erstellen.

Die Konzepte sollen einen Verhaltenskodex, die Durchführung einer Risikoanalyse, die Zusammenstellung eines Kinderschutzteams sowie eine Definition der Vorgangsweise bei möglichen Gefährdungen umfassen. Die Kinderschutzkonzepte zielen einerseits darauf ab, Schülerinnen und Schüler vor Gewalt durch Erwachsene zu schützen, aber auch vor Gewalt untereinander. Begleitend zur Umsetzung wurde ein niederschwelliger Onlinekurs „Kinderschutz-MOOC“ entwickelt. Dieser wird fünf Module umfassen, wobei Modul 1 „Gewaltformen“ schon zur Verfügung steht.

„Extremismusprävention macht Schule“ empowert Kinder und Jugendliche

Seit April 2022 werden mit der Initiative „Extremismusprävention macht Schule“ bundesweit Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen und Schultypen für die Gefahren von Ungleichheitsideologien im Rahmen von niederschwelligen Workshops sensibilisiert. Die Angebote beziehen sich u.a. auf Themen zu Gewaltprävention, Vorurteile, Deradikalisierung, geschlechterspezifische Gewalt, Menschenrechte, Zivilcourage. Es ist geplant die Workshop-Angebote 2024 um 1.200 Workshops auf 3.700 weiter auszuweiten. Eine weitere Empowerment-Maßnahme: Beim Monat des Schulsports bzw. beim Projekt „Klassenchallenge“ werden Selbstverteidigungskurse angeboten.

Status quo und Code of Conduct

„Auch Im Wissenschaftsbereich ist uns die Schaffung eines gleichberechtigten, sicheren und gewaltfreien Umfelds in Hochschul-und Forschungseinrichtungen ein zentrales Anliegen. Um dies sicherzustellen ist es notwendig, konkrete und effektive Maßnahmen zur Bekämpfung von geschlechterbasierter Gewalt zu setzen“, erklärt Polaschek. Im Nationalen Aktionsplan für den Europäischen Forschungsraum (ERA NAP) 2022-2025 wurde daher dazu eine Initiative formuliert.

Im Rahmen dieser soll 2024 eine Status quo-Umfrage an österreichischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden, die Aufschlüsse über bereits bestehende Maßnahmen, Anlaufstellen und Prozesse geben soll. Darauf aufbauend werden weitere Initiativen gesetzt, unter anderem soll ein Code of Conduct für die gesamte Hoschul- und Forschungslandschaft bis Jahresende entwickelt werden.

Kontakt:

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Peter Stöckl, BA
Pressesprecher
T +43 1 53120-5026
peter.stoeckl@bmbwf.gv.at