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Forschung in Österreich

Akteure, Investitionen und internationaler Vergleich

Überblick zur Forschung in Österreich

F&E-Statistik: Globalschätzung & Vollerhebung

Wie entwickelt sich die Forschungsfinanzierung?

Welche Position hat Österreich im internationalen Vergleich?

Wer forscht woran?

Wer finanziert in Österreich F&E?

Wer arbeitet in Österreich an F&E?

In welchen Sektoren wird geforscht?

Woran wird geforscht?

In welcher Region Österreichs wird geforscht?

Weiterführende Links

Kontakt

Akteure, Investitionen und internationaler Vergleich

Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind wichtige Faktoren und eine Grundvoraussetzung für die Innovationsfähigkeit eines Landes. Sie dienen nicht nur der Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit, sondern sind essentiell für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Bereichen sowie einen Überblicksartikel zur Forschung in Österreich.

Überblick zur Forschung in Österreich

Im Jahr 2019 wurden in Österreich in allen volkswirtschaftlichen Sektoren insgesamt 12,441 Milliarden Euro für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) ausgegeben. 144.117 Personen (83.659,9 Vollzeitäquivalente) sind in Österreich im Bereich F&E beschäftigt, 63 Prozent davon als wissenschaftliches Personal. Die jüngste F&E-Vollerhebung der Statistik Austria in Österreich mit Berichtsjahr 2019 zeichnet die Strukturen der Forschung nach.

Die im Jahr 2022 zuletzt veröffentlichte F&E-Globalschätzung zeigt, dass sich die positiven Entwicklungen auch dieses Jahr fortsetzen.

Wer woran forscht, wofür und von wem diese Mittel ausgegeben werden, wo Österreichs Forschung international steht, und einiges mehr erfahren Sie hier anhand eines Überblicks über wichtige Kennzahlen für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E).

F&E-Statistik: Globalschätzung & Vollerhebung

Einmal pro Jahr veröffentlicht Statistik Austria die F&E-Globalschätzung und berechnet hierin die F&E-Ausgaben des laufenden Jahres und der daraus resultierenden F&E-Quote. Dabei werden auch die Daten der vorangegangenen Jahre revidiert.

Alle zwei Jahre (zuletzt 2019) erhebt die Statistik Austria außerdem im Rahmen der F&E-Vollerhebung auf Basis der F&E Statistikverordnung (BGBl.II Nr.396/2003) wer woran forscht und wie sich die Forschung in Österreich entwickelt. Dabei entsteht auch ein Katalog von Forschungsstätten in Österreich.

Genauere Informationen finden Sie auf Forschungsstatistik (bmbwf.gv.at).

Wie entwickelt sich die Forschungsfinanzierung?

Die Globalschätzung der Statistik Austria vom April 2022 zeigt für das Jahr 2021 12,951 Milliarden Euro Ausgaben für Forschung und Entwicklung (um 0,9 Prozent mehr als 2020). .

Im Rahmen der Globalschätzung erwartet die Statistik Austria für 2022 einen Anstieg der F&E-Quote auf 3,26 Prozent des BIP beziehungsweise weitere Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von circa 1,15 Milliarden Euro. Die geschätzten F&E Gesamtausgaben werden 2022 voraussichtlich 14, 15 Milliarden Euro betragen.

Die Globalschätzung verdeutlicht auch 2022 die wichtige Rolle der öffentlichen Forschungsfinanzierung: durch die Erhöhung der Bundesfinanzierung um geschätzte 440 Millionen Euro auf 3,9 Milliarden Euro (plus 12,8 Prozent) und der Steigerung der Unterstützung von Unternehmen durch die Forschungsprämie[1] auf rund 1 Milliarde Euro (plus 12,3 Prozent) konnte die Forschungsquote relativ stabil gehalten werden. Dennoch bleiben die inländischen Unternehmen anteilsmäßig die wichtigste Finanzierungsquelle für F&E. Es wird erwartete, dass hier 6,16 Milliarden Euro F&E-Ausgaben (ohne Forschungsprämien) anfallen, und es trotz der schwierigen pandemie- und kriegsbedingten wirtschaftlichen Situation zu einem Anstieg der F&E-Ausgaben um fast 500 Mio. Euro gegenüber 2021 kommt.  

Für den gesamten öffentlichen Sektor werden 4,5 Milliarden Euro F&E-Ausgaben erwartet, wovon rund 82 Prozent der F&E-Ausgaben vom Bund, rund 13 Prozent von den Bundesländern sowie rund 5 Prozent von sonstigen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern oder Sozialversicherungen sowie Finanzierung durch den privaten gemeinnützigen Sektor stammen. Das Ausland, das sind in erster Linie ausländische Unternehmen, die für ihre österreichischen Töchterunternehmen F&E finanzieren sowie in geringerem Ausmaß Rückflüsse aus den EU-Forschungsprogrammen, wird voraussichtlich rund 2,2 Milliarden Euro beziehungsweise 15,7 Prozent der Gesamtausgaben finanzieren.

 

[1] Die Forschungsprämie wird seit der Revision des Frascati-Manuals 2015 nicht mehr der öffentlichen Finanzierung zugerechnet, sondern als Teil der internen F&E-Finanzierung von Unternehmen.

Welche Position hat Österreich im internationalen Vergleich?

Gemäß den im November 2021 von Eurostat veröffentlichten Daten zu den F&E-Ausgaben der Europäischen Union gaben die EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2020 rund 311 Milliarden Euro aus, um 1 Millarde Euro weniger als im Jahr 2019 aus. Die F&E-Quote 2020 der EU lag bei 2,3 Prozent gegenüber 2,2 Prozent 2019 – der Rückgang des BIP infolge der COVID-19-Pandemie wirkt sich „positiv“ auf die F&E-Quote aus. 2020 beliefen sich die F&E-Ausgaben Österreichs auf 12,143 Millarden Euro – etwa 3,22 Prozent des BIP. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich deutlich über dem EU 27-Durchschnitt von 2,32 Prozent. 2020 wurde die höchste F&E-Intensität mit 3,5 Prozent des BIP von Schweden und Belgien erreicht, gefolgt von Österreich mit 3,2 Prozent und Deutschland mit 3,1 Prozent.

Für Länder, die nicht Mitglieder der EU sind, liegen rezente Vergleichsdaten von 2019 vor: Die Schweiz liegt mit einer F&E-Quote 2019 von 3,15 Prozent nur knapp über Österreich (österreichischer Wert 2019 lag bei 3,13 Prozent), etwas darüber Japan mit 3,20 Prozent und weit vorne Israel mit einer F&E-Quote von 4,93 Prozent, Südkorea mit einer F&E-Quote von 4,64 Prozent. Die USA liegt bei 3,07 Prozent, UK bei 1,76 Prozent.

Wer forscht woran?

Österreichs Forschungslandschaft wird gemäß der F&E Vollerhebung von 2019 von den jetzt 22 öffentlichen Universitäten, 21 Fachhochschulen, 14 Pädagogischen Hochschulen und 16 Privatuniversitäten des Landes mit ihren 1.327 forschungsdurchführenden Einheiten ebenso wie von den rund 3.872 forschenden Unternehmen, vorwiegend von klein- und mittelbetrieblichen Strukturen und einigen wenigen großen Unternehmen geprägt, wobei internationale Konzerne mit ihren Headquarters in Österreich einen gewichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, vom Austrian Institute of Technology (AIT), der größten außeruniversitären Forschungsgruppe, bis zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der größten Institution der Grundlagenforschung außerhalb der Universitäten.

Der Forschungsstättenkatalog der Statistik Austria enthält all jene F&E betreibenden Einrichtungen, die im Rahmen der zuletzt durchgeführten F&E-Vollerhebung erfasst wurden und die einer Veröffentlichung im Katalog zugestimmt haben.

Nicht zuletzt haben auch die Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut und sowohl in der Forschung selbst als auch in der Forschungsförderung neue Strukturen und Instrumente geschaffen.

Wer finanziert in Österreich F&E?

Wichtigste Finanzgeber sind laut F&E-Vollerhebung 2019 die Unternehmen mit 6,824 Milliarden Euro bzw. einem Anteil von 54,8 Prozent an den gesamten F&E-Ausgaben (Plus 10,6 Prozent gegenüber 2017). Die öffentliche Hand finanzierte 2019 F&E mit 3,473 Milliarden Euro einen Anteil von 27,9 Prozent (Plus 8,3 Prozent gegenüber 2017), das Ausland 2,111 Milliarden Euro einen Anteil von 17 Prozent (Plus 12,6 Prozent gegenüber 2017), darunter EU mit 0,248 Milliarden einen Anteil von 2 Prozent der Gesamtausgaben. Privater, gemeinnütziger Sektor finanzierte 0,043 Miliarden Euro bzw. 0,3 Prozent der Gesamtausgaben (Minus 13,3 Prozent gegenüber 2017).

 Wer arbeitet in Österreich an F&E?

83.659,9 Personen (berechnet in Vollzeitäquivalenten VZÄ) waren gemäß F&E Vollerhebung 2019 in Österreich in F&E beschäftigt, davon etwas weniger als ein Viertel Frauen – so die F&E-Vollerhebung 2019. Das bedeutet gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2017 ein Plus von 10 Prozent und einen neuen Höchststand an Beschäftigten. 52.794,3 VZÄ (rund 63 Prozent) sind dem wissenschaftlichen Personal (Akademiker/innen und gleichwertige Kräfte) zuzurechnen, davon sind rund 24 Prozent Frauen.

Das Verhältnis von Vollzeitäquivalenten zu Personen, das heißt der Auslastungsgrad, liegt insgesamt bei rund 58 Prozent. Bei Frauen liegt es insgesamt bei rund 46 Prozent, bei Männern hingegen bei rund 64 Prozent. Dies deutet auf hohe Teilzeitbeschäftigung und an Hochschulen auch höhere Lehrtätigkeit vor allem der Frauen hin.

 In welchen Sektoren sind Forscher/innen beschäftigt? 

70 Prozent der gesamten Beschäftigten in F&E sind im Unternehmenssektor tätig – so die F&E-Vollerhebung 2019. Nicht ganz ein Viertel – 22,7 Prozent - findet seine Beschäftigung im Hochschulsektor (inklusive Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen oder Institute of Science and Technology Austria), 6,5 Prozent im Sektor Staat (zu dem die Statistik auch die Akademie der Wissenschaften, das Austrian Institute of Technology GmbH (AIT), Ludwig Boltzmann Gesellschaft rechnet), 0,7 Prozent im privaten, gemeinnützigen Bereich.

Das Verhältnis männlicher zu weiblichen Beschäftigten sieht folgendermaßen aus: Hochschulsektor 56:44, Unternehmenssektor 84:16, Sektor Staat 59:41, privater gemeinnütziger Sektor: 50:50.

In welchen Sektoren wird geforscht?

Forschung findet hauptsächlich im Unternehmenssektor statt, dort fällt der größte Teil der F&E-Ausgaben in Österreich an – das zeigt auch die F&E-Vollerhebung 2019. Rund 22 Prozent der F&E-Ausgaben werden im Hochschulsektor abgewickelt. Rund 7 Prozent der Aktivitäten entfallen auf den Sektor Staat, 0,5 Prozent auf den privaten gemeinnützigen Sektor.

Woran wird geforscht?

Die Statistik Austria rechnet in der F&E-Vollerhebung 2019 17,8 Prozent der F&E-Ausgaben der Grundlagenforschung zu, die wiederum zu rund 66 Prozent im Hochschulsektor, zu 21,4 Prozent im Unternehmenssektor und zu 12,2 Prozent im Sektor Staat durchgeführt wird.

33,9 Prozent der Gesamtausgaben werden für die angewandte Forschung getätigt, wovon 66 Prozent im Unternehmenssektor, 25 Prozent im Hochschulsektor und 8 Prozent im Sektor Staat abgewickelt wird.

48,3 Prozent der F&E-Ausgaben entfallen auf experimentelle Entwicklung (damit die bedeutendste Forschungsart), die zu 94 Prozent in den Unternehmen stattfindet, lediglich zu 4 Prozent in den Hochschulen und zu rund 1,8 Prozent im Sektor Staat.

In welcher Region Österreichs wird geforscht?

In der regionalen Betrachtung der F&E-Ausgaben nach Bundesländern entfallen in der F&E-Vollerhebung 2019, gemessen nach dem Hauptstandort des Unternehmens bzw. der Erhebungseinheit 31,4 Prozent aller Aktivitäten auf Wien. Es folgen die Steiermark mit 19,6 Prozent, Oberösterreich mit 18,8 Prozent, Niederösterreich mit 8,4 Prozent, Tirol mit 8,2 Prozent, Kärnten mit 6,3 Prozent, Salzburg mit 3,9 Prozent, Vorarlberg mit 2,8 Prozent und das Burgenland mit 0,6 Prozent.

Weiterführende Links

Kontakt 

Dr. Patrick Svensson-Jajko
Abteilung Forschung, Technologie, Innovation: Strategie, Berichtswesen, Wissenstransfer aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
T +43 1-53120 7152
patrick.svensson-jajko@bmbwf.gv.at