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Forschung in Österreich

Forschungsfinanzierung

Einmal pro Jahr – im April - veröffentlicht Statistik Austria eine Schätzung der F&E-Ausgaben des laufenden Jahres und der daraus resultierenden F&E-Quote. Auf Grund der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung durch die COVID-19-Pandemie entfiel jedoch die Prognose für 2021. Stattdessen gab es eine Globalschätzung der F&E-Ausgaben für das Jahr 2020, die Jahre 2019 und 2018 wurden revidiert.

Die Globalschätzung der Statistik Austria (Stand April 2021) zeigt für das Jahr 2020 12,143 Milliarden Euro Ausgaben für Forschung und Entwicklung (um 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr), was einer Forschungsquote von 3,23 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und somit einem neuen Höchstwert entspricht. Der erwartete Anstieg der F&E-Quote von 4,2 Prozent ist auf den erwarteten pandemiebedingten Wirtschaftseinbruch und dem Sinken des nominellen BIPs 2020 um 5,5 Prozent auf 375,56 Milliarden Euro zurückzuführen. Der leichte Rückgang der F&E-Ausgaben führt durch den starken Rückgang des BIPs zu einem Anstieg der F&E-Quote.

Die Globalschätzung verdeutlicht die wichtige Rolle der öffentlichen Forschungsfinanzierung: nur durch die Erhöhung der Bundesfinanzierung um geschätzte 300 Millionen Euro auf rund 3,33 Milliarden Euro (plus 10 Prozent) und der Steigerung der Unterstützung von Unternehmen durch die Forschungsprämie[1] auf rund 1,05 Milliarden Euro (plus 38 Prozent) konnten die F&E-Ausgaben relativ stabil gehalten werden. Dennoch bleiben die inländischen Unternehmen mit 5,03 Milliarden Euro (ohne Forschungsprämien) und – geschuldet der schwierigen pandemiebedingten wirtschaftlichen Situation - eines Rückgangs der F&E-Ausgaben um rund 700 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr anteilsmäßig die wichtigste Finanzierungsquelle für F&E.  

Für den gesamten öffentlichen Sektor werden 4,07 Milliarden Euro F&E-Ausgaben erwartet, wovon rund 82 Prozent der F&E-Ausgaben vom Bund, rund 14 Prozent von den Bundesländern sowie rund 5 Prozent von sonstigen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern oder Sozialversicherungen sowie Finanzierung durch den privaten gemeinnützigen Sektor stammen. Das Ausland, das sind in erster Linie ausländische Unternehmen, die für ihre österreichischen Töchterunternehmen F&E finanzieren sowie in geringerem Ausmaß Rückflüsse aus den EU-Forschungsprogrammen, wird voraussichtlich rund 2 Milliarden Euro bzw. 16,5 Prozent der Gesamtausgaben finanzieren.

Internationaler Vergleich

Gemäß den im November 2021 von Eurostat veröffentlichten Daten zu den F&E-Ausgaben der Europäischen Union gaben die EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2020 rund 311 Milliarden Euro aus, um 1 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2019 aus. Die F&E-Quote 2020 der EU lag bei 2,3 Prozent gegenüber 2,2 Prozent 2019 – der Rückgang des BIP infolge der COVID-19-Pandemie wirkt sich „positiv“ auf die F&E-Quote aus. 2020 beliefen sich die F&E-Ausgaben Österreichs auf 12,143 Milliarden Euro – etwa 3,22 Prozent des BIP. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich deutlich über dem EU 27-Durchschnitt von 2,32 Prozent. 2020 wurde die höchste F&E-Intensität mit 3,5 Prozent des BIP von Schweden und Belgien erreicht, gefolgt von Österreich mit 3,2 Prozent und Deutschland mit 3,1 Prozent.

Für Länder, die nicht Mitglieder der EU sind, liegen rezente Vergleichsdaten von 2019 vor: Die Schweiz liegt mit einer F&E-Quote 2019 von 3,15 Prozent nur knapp über Österreich (österreichischer Wert 2019 lag bei 3,13 Prozent), etwas darüber Japan mit 3,20 Prozent und weit vorne Israel mit einer F&E-Quote von 4,93 Prozent, Südkorea mit einer F&E-Quote von 4,64 Prozent. Die USA liegt bei 3,07 Prozent, UK bei 1,76 Prozent.

Wofür und von wem diese Mittel ausgegeben werden, erfahren Sie hier

Wer forscht woran?

Wer woran forscht und wie sich die Forschung in Österreich entwickelt, wird von Statistik Austria auf Basis der F&E-Statistik-Verordnung (BGBl. II Nr. 396/2003) alle zwei Jahre erhoben. Der Artikel beschreibt die wichtigsten Ergebnisse der Vollerhebung aus dem Jahr 2019.

Österreichs Forschungslandschaft wird 2019 von den jetzt 22 öffentlichen Universitäten, 21 Fachhochschulen, 14 Pädagogischen Hochschulen und 16 Privatuniversitäten des Landes mit ihren 1.327 forschungsdurchführenden Einheiten ebenso wie von den rund 3.872 forschenden Unternehmen, vorwiegend von klein- und mittelbetrieblichen Strukturen und einigen wenigen großen Unternehmen geprägt, wobei internationale Konzerne mit ihren Headquarters in Österreich einen gewichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, vom Austrian Institute of Technology (AIT), der größten außeruniversitären Forschungsgruppe, bis zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der größten Institution der Grundlagenforschung außerhalb der Universitäten.
Nicht zuletzt haben auch die Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut und sowohl in der Forschung selbst als auch in der Forschungsförderung neue Strukturen und Instrumente geschaffen.

Im Jahr 2019 wurden in Österreich in allen volkswirtschaftlichen Sektoren insgesamt 12,441 Milliarden Euro für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) ausgegeben. 144.117 Personen (83.659,9 Vollzeitäquivalente) sind in Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt, 63 Prozent davon als wissenschaftliches Personal. Die jüngste F&E-Vollerhebung der Statistik Austria in Österreich mit Berichtsjahr 2019 zeichnet die Strukturen der Forschung nach:

Wer finanziert in Österreich F&E?

Wichtigste Finanzgeber sind 2019 die Unternehmen mit 6,824 Milliarden Euro bzw. einem Anteil von 54,8 Prozent an den gesamten F&E-Ausgaben (Plus 10,6 Prozent gegenüber 2017). Die öffentliche Hand finanzierte 2019 F&E mit 3,473 Milliarden Euro einen Anteil von 27,9 Prozent (Plus 8,3 Prozent gegenüber 2017), das Ausland 2,111 Milliarden Euro einen Anteil von 17 Prozent (Plus 12,6 Prozent gegenüber 2017), darunter EU mit 0,248 Milliarden einen Anteil von 2 Prozent der Gesamtausgaben. Privater, gemeinnütziger Sektor finanzierte 0,043 Miliarden Euro bzw. 0,3 Prozent der Gesamtausgaben (Minus 13,3 Prozent gegenüber 2017).

Wer arbeitet in Österreich an F&E?

83.659,9 Personen (berechnet in Vollzeitäquivalenten VZÄ) waren im Jahr 2019 in Österreich in F&E beschäftigt, davon etwas weniger als ein Viertel Frauen. Das bedeutet gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2017 ein Plus von 10 Prozent und einen neuen Höchststand an Beschäftigten. 52.794,3 VZÄ (rund 63 Prozent) sind dem wissenschaftlichen Personal (Akademiker/innen und gleichwertige Kräfte) zuzurechnen, davon sind rund 24 Prozent Frauen.

Der Auslastungsgrad

das Verhältnis VZÄ zu Personen, liegt insgesamt bei rund 58 Prozent - bei Frauen insgesamt bei rund 46 Prozent, bei Männern hingegen bei rund 64 Prozent. Dies deutet auf hohe Teilzeitbeschäftigung und an Hochschulen auch höhere Lehrtätigkeit vor allem der Frauen hin.

In welchen Sektoren sind Forscher/innen beschäftigt?

70 Prozent der gesamten Beschäftigten in F&E sind im Unternehmenssektor tätig. Nicht ganz ein Viertel – 22,7 Prozent - findet seine Beschäftigung im Hochschulsektor (inklusive FH, Pädagogische HS oder ISTA), 6,5 Prozent im Sektor Staat (zu dem die Statistik auch die Akademie der Wissenschaften, das Austrian Institute of Technology GmbH (AIT), LBG rechnet), 0,7 Prozent im privaten, gemeinnützigen Bereich.
Das Verhältnis männlicher zu weiblichen Beschäftigten sieht folgendermaßen aus: Hochschulsektor 56:44, Unternehmenssektor 84:16, Sektor Staat 59:41, privater gemeinnütziger Sektor: 50:50.

In welchen Sektoren wird geforscht?

Forschung findet hauptsächlich im Unternehmenssektor statt, rund 70 Prozent aller F&E-Ausgaben fallen dort an. Rund 22 Prozent der F&E-Ausgaben werden im Hochschulsektor abgewickelt. Rund 7 Prozent der Aktivitäten entfallen auf den Sektor Staat, 0,5 Prozent auf den privaten gemeinnützigen Sektor.

Woran wird geforscht?

Die Statistik rechnet 2019 17,8 Prozent der F&E-Ausgaben der Grundlagenforschung zu, die wiederum zu rund 66 Prozent im Hochschulsektor, zu 21,4 Prozent im Unternehmenssektor und zu 12,2 Prozent im Sektor Staat durchgeführt wird. 33,9 Prozent der Gesamtausgaben werden für die Angewandte Forschung getätigt, wovon 66 Prozent im Unternehmenssektor, 25 Prozent im Hochschulsektor und 8 Prozent im Sektor Staat abgewickelt wird. 48,3 Prozent der F&E-Ausgaben entfallen auf experimentelle Entwicklung (damit die bedeutendste Forschungsart), die zu 94 Prozent in den Unternehmen stattfindet, lediglich zu 4 Prozent in den Hochschulen und zu rund 1,8 Prozent im Sektor Staat.

In welcher Region Österreichs wird geforscht?

In der regionalen Betrachtung der F&E-Ausgaben nach Bundesländern entfallen 2019, gemessen nach dem Hauptstandort des Unternehmens bzw. der Erhebungseinheit 31,4 Prozent aller Aktivitäten auf Wien. Es folgen die Steiermark mit 19,6 Prozent, Oberösterreich mit 18,8 Prozent, Niederösterreich mit 8,4 Prozent, Tirol mit 8,2 Prozent, Kärnten mit 6,3 Prozent, Salzburg mit 3,9 Prozent, Vorarlberg mit 2,8 Prozent und das Burgenland mit 0,6 Prozent.

[1] Die Forschungsprämie wird seit der Revision des Frascati-Manuals 2015 nicht mehr der öffentlichen Finanzierung zugerechnet, sondern als Teil der internen F&E-Finanzierung von Unternehmen.

Link

Kontakt

Mag.a Irene Danler
Abteilung Forschung, Technologie, Innovation: Strategie, Berichtswesen, Wissenstransfer aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
T +43 1-53120-6315
irene.danler@bmbwf.gv.at