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Forschung in Österreich

Der Forschungsstandort Österreich hat sich in den vergangenen Jahren sehr dynamisch entwickelt. Im letzten Jahrzehnt sind die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich um rd. 65% gestiegen. Gemäß der Globalschätzung der Statistik Austria werden für das Jahr 2019 12,8 Milliarden Euro Ausgaben für diesen Bereich prognostiziert, was einer Forschungsquote von 3,19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Der erwartete Anstieg von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr liegt über dem erwarteten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 3,8%.

Zum Vergleich: Im Jahr 2017 (dem letzten Jahr, für das internationale Vergleichszahlen verfügbar sind) beliefen sich die F&E-Ausgaben auf 11,679 Milliarden Euro – etwa 3,16 Prozent des BIP. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich deutlich über dem EU 28-Durchschnitt von 2,06%. 2017 weist Österreich nach Schweden (3,4%) die zweithöchste F&E-Quote innerhalb Europas auf.
 
Wofür und von wem diese Mittel ausgegeben werden, erfahren Sie hier.

Wer forscht woran?

Wer woran forscht und wie sich die Forschung in Österreich entwickelt, wird von den Mitarbeiter/innen der Statistik Austria alle zwei Jahre erhoben. Der Artikel beschreibt die wichtigsten Ergebnisse der Vollerhebung aus dem Jahr 2017.

Österreichs Forschungslandschaft wird von den jetzt 22 öffentlichen Universitäten des Landes mit ihren 1.259 forschungsdurchführenden Einheiten ebenso wie von den rund 3.489 forschenden Unternehmen, vorwiegend von klein- und mittelbetrieblichen Strukturen und einigen wenigen großen Unternehmen geprägt, wobei internationale Konzerne mit ihren Headquarters in Österreich einen gewichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, vom Austrian Institute of Technology (AIT), der größten außeruniversitären Forschungsgruppe, bis zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der größten Institution der Grundlagenforschung außerhalb der Universitäten. Nicht zuletzt haben auch die Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut und sowohl in der Forschung selbst als auch in der Forschungsförderung neue Strukturen und Instrumente geschaffen.

Im Jahr 2017 wurden in Österreich in allen volkswirtschaftlichen Sektoren insgesamt 11,290 Mrd.€ für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) ausgegeben. 131.032 Personen (76.009,7 Vollzeitäquivalente) sind in Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt, 62,5% davon als wissenschaftliches Personal. Die jüngste F&E-Vollerhebung der Statistik Austria in Österreich mit Berichtsjahr 2017 zeichnet die Strukturen der Forschung nach:

Wer finanziert in Österreich F&E?

Wichtigste Finanzgeber sind 2017 die Unternehmen mit 6,170 Mrd.€ bzw. einem Anteil von 54,7% an den gesamten F&E-Ausgaben (Plus 18% gegenüber 2015). Die öffentliche Hand finanzierte 2017 F&E mit 3,206 Mrd. € einen Anteil von 28,4% (Minus 8% gegenüber 2015, rückführbar auf die Einrechnung der Forschungsprämie zur Unternehmensfinanzierung ab 2017), das Ausland 1,874 Mrd. einen Anteil von € 16,6% (Plus 8% gegenüber 2015), darunter EU mit 0,207 Mrd. einen Anteil von € 1,8% der Gesamtausgaben. Privater, gemeinnütziger Sektor finanzierte 0,04 Mrd. € bzw. 0,3% der Gesamtausgaben (Minus 28% gegenüber 2015).

Wer arbeitet in Österreich an F&E?

76.009,7 Personen (berechnet in Vollzeitäquivalenten VZÄ) waren im Jahr 2017 in Österreich in F&E beschäftigt, davon etwas weniger als ein Viertel Frauen. Das bedeutet gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2015 ein Plus von rd. 6,5% und einen neuen Höchststand an Beschäftigten. 47.520,7 VZÄ (rd. 63%) sind dem wissenschaftlichen Personal (Akademiker/innen und gleichwertige Kräfte) zuzurechnen, davon sind rd. 24 % Frauen.

Der Auslastungsgrad:

das Verhältnis VZÄ zu Personen, liegt insgesamt bei rd. 58% - bei Frauen insgesamt bei rd. 46%, bei Männern hingegen bei rd. 63%. Dies deutet auf hohe Teilzeitbeschäftigung und an Hochschulen auch höhere Lehrtätigkeit v.a. der Frauen hin.
• In welchen Sektoren sind Forscher/innen beschäftigt? 
Rd. 69% der gesamten Beschäftigten in F&E sind im Unternehmenssektor tätig. Nicht ganz ein Viertel – 23,3% - findet seine Beschäftigung im Hochschulsektor (inklusive FHs, Pädagogische HS oder IST-Austria), rd. 7% im Sektor Staat (zu dem die Statistik auch die Akademie der Wissenschaften, das AIT Austrian Institute of Technology GmbH, LBG rechnet), 0,8% im privaten, gemeinnützigen Bereich.
Das Verhältnis männlicher zu weiblichen Beschäftigten sieht folgendermaßen aus: Hochschulsektor 56:44, Unternehmenssektor 84:16, Sektor Staat 59:41, privater gemeinnütziger Sektor: 46:54.

In welchen Sektoren wird geforscht?

Forschung findet hauptsächlich im Unternehmenssektor statt, rd. 70 % aller F&E-Ausgaben fallen dort an.  Rd. 23 % der F&E-Ausgaben werden im Hochschulsektor abgewickelt. 5,5 % der Aktivitäten entfallen auf den Sektor Staat, 0,6% auf den privaten gemeinnützigen Sektor.

Woran wird geforscht?

Die Statistik rechnet 2017 17,9 % der F&E-Ausgaben der Grundlagenforschung zu, die wiederum zu rd. 69% im  Hochschulsektor, zu 19% im Unternehmenssektor und zu 12% im Sektor Staat durchgeführt wird. 33,5% der Gesamtausgaben werden für die Angewandte Forschung getätigt, wovon 67% im Unternehmenssektor, 26% im Hochschulsektor und 6% im Sektor Staat abgewickelt wird. 49% der F&E-Ausgaben entfallen auf Experimentelle Entwicklung (damit die bedeutendste Forschungsart), die zu 93% in den Unternehmen stattfindet, lediglich zu 4% in den Hochschulen und zu rd. 3% im Sektor Staat.

In welcher Region Österreichs wird geforscht?

In der regionalen Betrachtung der F&E-Ausgaben nach Bundesländern entfallen 2017, gemessen nach dem Hauptstandort des Unternehmens bzw. der Erhebungseinheit rd. 32% aller Aktivitäten auf Wien. Die Steiermark und Oberösterreich folgen mit rd. 19%, Tirol mit rd. 9%, Niederösterreich mit 8%, Kärnten mit rd. 6%, Salzburg mit rd. 4%, Vorarlberg mit rd. 3% und das Burgenland mit gerundeten 1%. 

Forschungsfinanzierung

Zusammenfassung der Globalschätzung der Statistik Austria für 2019 und die Forschungsquote Österreichs. Vergleich mit den Forschungsquoten anderer Länder.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich

Einmal pro Jahr veröffentlicht Statistik Austria eine Schätzung der F&E-Ausgaben des laufenden Jahres und der daraus resultierenden F&E-Quote.

Für das Jahr 2019 werden von Statistik Austria Ausgaben in Höhe von 12,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung prognostiziert, was einer Forschungsquote von 3,19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Der erwartete Anstieg von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr liegt über dem erwarteten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 3,8%.

Größte und dynamischste Finanzgeber für F&E sind mit 6,3 Mrd. € bzw. rd. 49% der Gesamtausgaben die heimischen Unternehmen, die 2019 voraussichtlich um 5,3% mehr ausgeben werden als 2018. Der öffentliche Sektor wird mit geschätzten 4,5 Mrd. € bzw. rd. 35% der Gesamtausgaben seine Ausgaben um 3,6% gegenüber 2018 steigern. Innerhalb des öffentlichen Sektors ist der Bund mit annähernd 3,8 Mrd. € wichtigste Finanzierungsquelle. Die Bundesfinanzierung beinhaltet auch die Ausschüttungen durch die Forschungsprämie (Schätzung des BMF für 2019: 670 Mio. €) sowie die Mittel der Nationalstiftung für FTE und des Österreichfonds. Die Ausgaben der Bundesländer werden auf rd. 547 Mio. € geschätzt, die der anderen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern oder Sozialversicherungen auf rd. 132 Mio. €. Das Ausland, das sind in erster Linie ausländische Unternehmen, die für ihre österreichischen Töchterunternehmen F&E finanzieren sowie in geringerem Ausmaß Rückflüsse aus den EU-Forschungsprogrammen, wird rd. 2 Mrd. € bzw. rd. 16% der Gesamtausgaben finanzieren, um rd. 1% mehr als 2018.

Innerhalb der EU liegt Österreich mit einer Forschungsquote für 2017 – dem aktuellsten Jahr, für das für alle Mitgliedsstaaten Daten zur Verfügung stehen – mit einer Forschungsquote von 3,16% wie im Jahr davor hinter Schweden auf Rang zwei. Innerhalb der EU erreicht lediglich Dänemark und Deutschland noch das EU-Ziel von 3%. Bemerkenswert: von den im European Innovation Scoreboard 2019 ausgewiesenen vier Innovation Leader-Ländern erreichen zwei, Finnland und die Niederlande, die 3%-Marke nicht. 

Im Abstand von zwei Jahren führt Statistik Austria eine Vollerhebung v.a. über den Einsatz personeller und finanzieller Forschungsmittel sowie Art und Zielrichtung der durchgeführten F&E durch. Die Ergebnisse der jeweils rezenten Erhebung finden sich auf der Homepage der Statistik Austria.

Link:


Kontakt:

Mag.a MinRin Irene Danler
Abteilung Forschung, Technologie, Innovation: Strategie, Berichtswesen, Wissenstransfer aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
T +43 1-53120-6315
irene.danler@bmbfw.gv.at