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Wissens- und Technologie-Transfer

Wissens- und Technologietranfer als strategisches Ziel des BMBWF 

Die Bedeutung des Wissenstransfers sowie eine stärkere Nutzung der wissenschaftlichen Forschungsbasis wird in der EU-Strategie "Europa 2020" und im Nationalen Reformprogramm Österreichs zur Umsetzung der Europastrategie ebenso betont wie in der Strategie der Bundesregierung für Forschung Technoliogie und Innovation (FTI-Strategie) ("Der Weg zum Innovation Leader"), der Open Innovation-Strategie und der IPR Strategie zum Schutz des geistigen Eigentums.

Wissens- und Technologietransfer als wesentliche Säule der Dritten Mission der Universitäten

Die gezielte Verwertung von akademischem Wissen und Erfindungen in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik ist in den letzten Jahren als wesentliche Säule der „Third Mission“ (Dritte Mission) immer stärker in den Fokus wissenschafts- und innovationspolitischer Aufmerksamkeit gerückt, womit auch die Verantwortung der Universitäten nicht nur als Wissensträgerinnen, sondern auch als Wissensgeberinnen in Wirtschaft und Gesellschaft forciert wurde. Die Universitäten spielen in hochentwickelten Volkswirtschaften, in denen sich Wissen zum wichtigste Produktionsfaktor entwickelt hat, eine wichtige Rolle für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und der Lösung gesellschaftlicher Probleme. In einer Studie, die im Vorjahr vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) durchgeführt wurde, werden die wirtschaftlichen und gesellschaftliche Effekte der Universitäten gerade in ihrer Funktion als Entrepreneurial University sehr positiv belegt: Österreich ist EU-Spitzenreiter beim Anteil der Unternehmen, die mit Universitäten kooperieren (Großunternehmen 57% vergl. mit 33 % EU; 30% KMU vergl. mit 28% EU). Fast 90% der Unternehmen, die mit Universitäten zusammenarbeiten, haben Marktneuheiten eingeführt.

Wissens- und Technologietransfer als Priorität der öffentlichen Forschungseinrichtungen

Die österreichischen Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen, wie das Institute of Sicence and Technology (IST) Austria und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), haben sich mit der Umsetzung und laufenden Weiterentwicklung ihrer Schutzrechts- und Verwertungsstrategien im Rahmen der Leistungsvereinbarungen zu einem professionellen, strategischen Wissens- und Technologietransfer bekannt und diesen institutionalisiert. Die Strategien sollen insbesondere eine optimierte Strukturierung und Darstellung des Umgangs mit geistigem Eigentum an Forschungsergebnissen sicherstellen, das Technologietransfermanagement weiter professionalisieren und die Kooperationsaktivitäten zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft forcieren und beschleunigen.

Wissenstranferzentren unnd Spin-off Fellowships

Die Maßnahmen und Initiativen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) zur Stärkung von Wissens- und Technologietransfer sind aufeinander abgestimmt und entfalten wechselseitige Hebelwirkungen. Förderprogramme wie „Wissenstransferzentren“ (bis 31.12.2020) oder „Spin-off Fellowships“ bieten wichtige Anreize für die Weiterentwicklung der universitären Schutzrechts- und Verwertungsstrategien.

Das Programm „Wissenstransferzentren und IPR Verwertung“ mit einem Fördervolumen von insgesamt rd. 20 Millionen Euro sorgte in den Jahren 2014-2018 durch konkrete Maßnahmen dafür, dass durch verbesserte interuniversitäre Managementstrukturen verwertbares Wissen an den Universitäten bestmöglich identifiziert und noch rascher dem jeweiligen Verwertungskanal (z.B. durch Patente oder Spin-offs) zugeführt wird. Eine Unterstützung der Wissenstransferzentren erfolgt bis 2021 aus Mitteln der Nationalstiftung FTE in der Höhe von 6 Millionen Euro.

Ein weiterer wichtiger Hebel um die Anzahl der Unternehmensausgründungen aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen weiter zu erhöhen und mögliche Gründungswillige frühzeitig zu identifizieren ist das Programm „Spin-off Fellowships“, das über die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt wird. Mit insgesamt 15 Millionen Euro sollen im Rahmen des Förderprogramms bis zu 40 Gründungsteams unterstützt werden.

Auch der österreichische Gründerpreis "Phönix", der vom Austria Wirtschaftsservice (aws) vergeben wird,  unterstützt Start-ups, Spin-offs und Prototypen durch die Auszeichnung von wirtschaftlich erfolgreich umgesetzten Forschungs- und Entwicklungsergebnissen.

Die nächste Verleihung des Phönix 2019 findet am 14. Oktober 2019 im Haus der Industrie statt.

Nationale Kontaktstelle für Wissenstransfer und Geistiges Eigentum (NCP-IP)

Die Nationale Kontaktstelle für Wissenstransfer und Geistiges Eigentum (NCP-IP), die beim Austria Wirtschaftservice (aws) eingerichtet ist, koordiniert nationale Wissenstransfertätigkeiten und vertieft Kontakte mit anderen vergleichbaren Einrichtungen in den EU-Mitgliedstaaten. Seit seinem Bestehen führte der NCP rund 50 Veranstaltungen zum Thema Wissenstransfer durch. Seit dem ersten Projektjahr 2014 verzeichnet die Vertragsmusterbank IPAG des NCP-IP rund 19.000 Zugriffe auf aktuelle sowie kostenlos zur Verfügung stehenden Vertragsmuster im Technologietransfer. Diese Muster erleichtern den administrativen Aufwand und bieten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen eine wichtige Hilfestellung zur Positionierung im Verhandlungsprozess.

Download:

Studie: WIFO, Wirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte von Universitäten, 2017

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