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Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie 2020-2030 (HMIS 2030)

Internationalität und interdisziplinärer Austausch sind Grundvoraussetzungen für vernetztes, innovatives Denken, um Zusammenhänge besser zu verstehen und kulturelle Vielfalt zu begreifen. Sie gehören gemeinsam mit der Hochschulmobilität  zu den Grundprinzipien von seriös betriebener Wissenschaft und Forschung und sind daher wichtige Bestandteile jedes Universitäts- bzw. Hochschulstudiums.

Allein der Titel  „Internationalisierung auf vielen Wegen“ legt offen, worauf die neue Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie 2020-2030 (HMIS 2030) abzielt: auf einen ganzheitlichen Ansatz der Internationalisierung von Studium und Lehre, die Mobilität inkludiert und alle Ebenen und Bereiche einer Universität bzw. Hochschule durchdringt. Deshalb umfasst die HMIS 2030 erstmals nicht nur alle vier Hochschulsektoren – und damit neben den öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten nun auch die Pädagogischen Hochschulen. Sie adressiert auch alle Hochschulangehörigen, die Studierenden, die Lehrenden und das nichtwissenschaftliche Personal, das bisher weniger im Fokus von Internationalisierung und internationaler Mobilität stand.

Mehrwert von Hochschulmobilität und Internationalisierung von Studium und Lehre

Dabei sind es gerade die nichtwissenschaftlichen Mitarbeitenden, die die Kultur an den Universitäten bzw. Hochschulen prägen und das hochschulische Umfeld nachhaltig mitgestalten. Sie sind wichtige Multiplikator/inn/en gerade für Studierende und junge Forschende, die vom Wissenserwerb und Kompetenzgewinn durch verstärkte Internationalisierung und internationale Mobilität profitieren. Das wiederum wirkt sich auf Lehre und Studium, aber auch auf die Universitäten bzw. Hochschulen selbst aus, die ihrerseits – angetrieben durch ihre Mitarbeitenden – verstärkt internationale Kooperationen eingehen. Der Ausbau internationaler Joint Degree/Double Degree/Multiple Degree Programme, also von zwei oder mehreren Partnerhochschulen gemeinsam entwickelter, grenzüberschreitender Studienprogramme, zählt ebenso dazu, wie die Teilnahme an weiteren Ausschreibungen zur „European Universities-Initiative“. Beide Formen ermöglichen Studierenden und Lehrenden einen grenzüberschreitenden Austausch und eine ebensolche Zusammenarbeit, die European-Universities-Allianzen gar durch die Entwicklung gemeinsamer, interuniversitärer und multinationaler Universitätscampusse. Gerade solche Formen der langfristigen internationalen  Kooperation erhöhen die Reputation und internationale Sichtbarkeit der jeweiligen Universität bzw. Hochschule über die nationalen Grenzen hinaus.

HMIS 2030 mit fünf zentralen Zielsetzungen, die die Hochschulen eigenständig umsetzen

Das Kernstück der HMIS 2030 sind fünf Ziele, denen jeweils mehrere Umsetzungsziele beigestellt sind. Es handelt sich um kurze prägnante Handlungseinleitungen für Universitäten bzw. Hochschulen, die ihnen hinsichtlich der Umsetzung der Ziele größtmöglichen Spielraum lassen. Die Hochschulinstitutionen können entsprechend ihres eigenen Profils und ihrer jeweiligen Ausrichtung frei wählen, welche Umsetzungsziele sie dabei verfolgen und welche konkreten Maßnahmen sie daraus ableiten wollen. Deshalb enthält die HMIS auch primär qualitative Zielsetzungen und keine quantitativen Vorgaben. Diese legen die einzelnen Universitäten bzw. Hochschulen in ihren institutionellen Internationalisierungsstrategien auf Basis der HMIS 2030 vorrangig selbst fest. Auch Monitoring und Evaluierung obliegt dem hochschuleigenen Qualitätsmanagement.

HMIS 2030 wirkt in der Hochschulgovernance

Selbstverständlich finden sich die fünf Ziele der HMIS 2030 in den Steuerungsinstrumenten der Hochschulgovernance des BMBWF wieder, allen voran in den Leistungsvereinbarungen, die die Universitäten alle drei Jahre mit dem BMBWF abschließen, aber auch in den zentralen Leistungspläne der Pädagogischen Hochschulen sowie im Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplan 2018/19– 2022/23. 

Ziel 1: Förderung einer umfassenden Internationalisierungskultur

Die HMIS 2030 sieht vor, dass jede Universität bzw. Hochschule ihre eigene institutionelle Internationalisierungsstrategie (weiter-)entwickelt und dabei alle Hochschulangehörigen miteinbezieht. Dadurch wird sie von allen mitgetragen und im Hochschulalltag gelebt wird dadurch entsteht ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten, das für eine erfolgreiche Umsetzung essentiell ist. Darüber hinaus ist die Implementierung von internationalen und interkulturellen Aspekten in Lehrinhalte der Curricula und das Lehr- und Lernumfeld – die „Internationalisierung zu Hause“ von großer Bedeutung. All das geht idealerweise einher mit einer umfassenden Mobilitätsförderung für alle Hochschulangehörigen, wie es Ziel 2 vorsieht, einher.

Ziel 2: Mobilitätsförderung für alle Hochschulangehörigen

Jede/r, der an einer österreichischen Universität bzw. Hochschule studiert, lehrt oder arbeitet, soll die Möglichkeit bekommen, Mobilitätserfahrungen zu sammeln. Dabei nimmt die HMIS 2030 insbesondere Bezug auf jene Studierendengruppen, die hinsichtlich Mobilität unterrepräsentiert sind. Nach den Ergebnissen der Studierendensozialerhebungen und ihrer entsprechenden Zusatzberichte trifft das besonders auf Studierenden aus bildungsfernen Schichten oder Studierende mit spezifischen Anforderungen (berufstätige Studierende, Studierende mit Betreuungspflichten oder Studierende mit Beeinträchtigungen) zu. In diesem Zusammenhang wird angeregt, neben dem klassischen Auslandssemester für Studierende das Angebot an qualitätsvollen nicht-traditionellen und auch kürzeren Mobilitätsformaten auszubauen. Im Konkreten ist jede Universität und Hochschule aufgefordert, die an ihrer Institution unterrepräsentierten Studierendengruppen idividuell zu identifizieren.

Daneben wird auf die Mobilität des allgemeinen/nicht-wissenschaftlichen Hochschulpersonals verstärktes Augenmerk gelegt, da dieser Personenkreis bisher vergleichsweise wenig im Fokus von Mobilitätsmaßnahmen stand, dieser jedoch die Kultur einer Hochschule wesentlich mitgestaltet und in der Umsetzung der HMIS 2030 einen äußerst wichtigen Beitrag leistet bzw. leisten kann.

Ziel 3: Entwicklung und Realisierung innovativer Mobilitätsformate

Wenngleich physische Mobilität in ihrer vollen Wirkungsbreite niemals durch virtuelle Mobilitätsformate ersetzt werden kann, schlägt die HMIS 2030 in Ziel 3 dennoch die Entwicklung und Realisierung innovativer digitaler Mobilitätsformate als sinnvolle Ergänzung zu den physischen Mobilitätsformaten vor. Dass sie funktioniert, zeigen die Erfahrungen im Jahr 2020, weil Universitäten bzw. Hochschulen weltweit aufgrund der Corona-Pandemie immer wieder auf Distance Learning umstellen mussten. Das betrifft auch und in besonderem Maße Studierende, Lehrende und nichtwissenschaftliche Hochschulmitarbeiter/innen, die Auslandsaufenthalte absolvieren.

Ziel 4: Effektive Kompetenzentwicklung und institutionelles Lernen

Ziel 4 umfasst die effektive Kompetenzentwicklung und das institutionelle Lernen. Auf individueller Ebene steht hier im Vordergrund, dass die/der einzelne Hochschulangehörige ihre/seine Mobilitätserfahrungen für sich gut nutzen kann. Das sollen beispielsweise Begleitmaßnahmen vor, während und nach einer Mobilitätsphase gewährleisten. Der Erwerb von internationalen und interkulturellen Kompetenzen zeigt dann nachhaltige Wirkung, wenn er mehr umfasst als verbesserte oder neue Sprachkenntnisse oder neue persönliche Erfahrungen. Sie sollen bestenfalls mit einer Erweiterung des Blickwinkels und damit idealerweise auch in einem toleranten Zugang zu anderen Lebensweisen und Kulturen einhergehen und so zu mehr Weltoffenheit führt.

Was die Internationalisierung von Studium und Lehre betrifft, kommt den Lehrenden in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle als Multiplikator/inn/en zu. Sie wirken aufgrund ihrer eigenen Mobilitätserfahrungen auf Studierende besonders motivierend, damit sie sich ihrerseits für einen Auslandsaufenthalt entscheiden. Zudem können sie am besten Unterstützung bei der Umsetzung von Mobilitäten bieten. Darüber hinaus fließen neue, im Rahmen von Mobilität gewonnene Kenntnisse über innovative Lehrmethoden in die eigene Lehre ein. Die HMIS 2030 beschreibt das „institutionelle Lernen“ und meint damit den Mehrwert, den eine Hochschule aus den Mobilitätserfahrungen ihrer Hochschulangehörigen insgesamt unter anderem in Bezug auf das Lehr- und Lernumfeld, auf Lehrmethoden und didaktische Ansätze ziehen kann und soll.

Ziel 5: Global Mindset – Österreichs Hochschulen in der Welt

Die HMIS 2030 zielt auf die Stärkung Österreichs als attraktiver Hochschulstandort ab. Dazu zählt nicht nur die erfolgreiche Positionierung österreichischer Hochschulen im internationalen Vergleich. Dazu bedarf es vor allem auch Hochschulangehöriger und Absolvent/inn/en mit einem Global Mindset. Deshalb greift die HMIS 2030 beispielsweise die Situation von Drittstaatsangehörigen, die von außerhalb Europas stammen, auf. Sie sind mit speziellen Hindernissen konfrontiert, weil die Personenfreizügigkeit innerhalb der europäischen Union für sie nicht gilt. Daher sollte qualifizierten Drittstaatsangehörigen die Aufnahme eines Studiums oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit in Österreich erleichtert werden. Das umfasst unter anderem Einreise- und Aufenthaltsbedingen oder auch den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Der Fokus wird hier ganz besonders auf Drittstaatsangehörige gerichtet, die in Forschungsfeldern mit starker Nachfrage nach Schlüsselkräften tätig sind, wie beispielsweise den MINT-Bereich.

HMIS 2030 ist eine Weiterentwicklung ihrer Vorgängerin – der HMS 2016

Die HMIS 2030 geht aufgrund ihres ganzheitlichen Ansatzes von Internationalisierung und Hochschulmobilität über ihre Vorgängerin, die bisherige Hochschulmobilitätsstrategie aus 2016 (HMS 2016) hinaus. Diese hat sich in erster Linie der – überaus wichtigen - Förderung qualitätsvoller, akademischer Mobilität verschrieben.

Dahinter stand damals bereits der Anspruch, „Österreichs junger Generation eine Hochschulbildung zu bieten, die die Fähigkeit zu global vernetztem und innovativem Denken sowie die Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen und darüber hinaus fördert.“ Daran hat sich bis heute nichts verändert – allerdings sind die globalen Herausforderungen 2020 durchaus andere, als das 2016 der Fall war – man denke nur an die Klimakrise oder die Corona-Pandemie.

Partizipativer Entwicklungsprozess mit großer Beteiligung von Expert/inn/en aus dem gesamten österreichischen Hochschulraum

Das erkannte man bereits 2018 – zwei Jahre nach Veröffentlichung der HMS 2016, weshalb man damals damit begann, über ihre Weiterentwicklung zu diskutieren, insbesondere den Fokus zu schärfen und auf die Internationalisierung der Lehrprozesse und -inhalte zu richten, wie sie nun in der HMIS 2030 abgebildet wird.

HMIS 2030 ist eine Strategie von allen für alle Universitäten bzw. Hochschulen in Österreich

Der Weg dahin bestand in einem vom BMBWF angestoßenen partizipativen Prozess, an dem sich mehr als 150 Hochschulexpertinnen und -experten aus dem gesamten österreichischen Hochschulraum aktiv beteiligt haben. In diesem Sinne ist die HMIS 2030 die Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie aller Universitäten bzw. Hochschulen in Österreich.

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Kontakt

Mag.a Eva Uthe
Abteilungen IV/11 – Europäischer Hochschulraum, EU-Bildungsprogramme, Bologna-Prozess und Mobilität
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