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Erhöhung der Studienbeihilfe um bis zu 12 Prozent im Nationalrat beschlossen
 

Der Nationalrat hat die Reform der Studienförderung beschlossen. Ab 1. September wird dadurch die Studienbeihilfe deutlich erhöht und vereinfacht. Sie wird ab dann nach einem neuen, modularen Modell berechnet, das die Lebensumstände der Studierenden im besonderen Ausmaß berücksichtigt.

Ein wichtiger Schritt ist getan: am Mittwoch, dem 18. Mai, hat der Nationalrat die Reform der Studienförderung beschlossen. Mit ihr wird die Studienbeihilfe um 8,5 bis 12 Prozent ab 1. September erhöht. Für Studierende, die die Teuerung und die Folgen der Corona-Pandemie besonders zu spüren bekommen, erhalten damit ab kommendem Studienjahr 2022/23 punktgenaue, lebensnahe, aber vor allem eine sozial ausgewogene Unterstützung. 22 Mio. Euro nimmt das BMBWF dafür für heuer und ab 2023 jährlich 68 Mio. Euro zusätzlich in die Hand.
Dem Beschluss war ein parlamentarisches Begutachtungsverfahren und eine Adaptierung des von den Regierungsparteien ÖVP und Grüne eingebrachten Gesetzesentwurfs für eine Novelle des Studienförderungsgesetzes (StudFG 1992) vorangegangen, die an der grundsätzlichen Stoßrichtung der Reform aber nichts geändert haben. 

Studienbeihilfe wird nun nach dem Baukastenprinzip berechnet

Das betrifft insbesondere das einfachere Berechnungsmodell, das auf dem Baukastenprinzip beruht. Anstelle von einer Höchstbeihilfe bestimmte Beträge abzuziehen, erhalten Bezieher/innen nun einen Grundbeitrag von 335 Euro, zu dem man – je nach Lebenssituation – bestimmte Beträge hinzurechnet, zum Beispiel einen Wohnkostenbeitrag oder einen Kinderzuschlag. Das macht die Berechnung einfacher und damit vorhersehbarer für die Betroffenen. Darüber hinaus wird die Studienbeihilfe nun von der Familienbeihilfe entkoppelt, indem sie für über-24-jährige Studierenden, die keinen Anspruch mehr darauf haben, ersetzt wird.

Erleichterungen für ältere Studierende und all jene, die ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten

Auch für ältere und berufstätige Studierende, die seit mindestens vier Jahren ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, gibt es Erleichterungen. So wird insbesondere die gesetzliche Altersgrenze von bisher 30 bzw. 35 Jahre um drei Jahre auf 33 bzw. 38 Jahre angehoben. Für Studierende, die bereits Beihilfe bezogen haben wird der Zugang zum sogenannten Selbsterhalter/innenstipendium erleichtert, das ebenso um bis zu 10 Prozent erhöht wird. Es errechnet sich nicht nach dem neuen Modell, sondern umfasst bestimmte Fixbeträge, je nachdem, ob Bezieher/innen unter oder über 27 Jahre alt sind. 

Günstiger Studienerfolg bleibt Anspruchsvoraussetzung für die Studienbeihilfe

Unverändert bleiben dagegen die bisherigen Anspruchsvoraussetzungen für den Erhalt der Studienbeihilfe, insbesondere der günstige Studienerfolg, der nachgewiesen werden muss. Und auch an der Tatsache, dass elterliches und eigenes Einkommen bei der Studienbeihilfe entsprechend berücksichtigt werden, wird festgehalten. Das Elterneinkommen wird in Form des zumutbaren elterlichen Unterhalts (= bestimmter Prozentsatz von 0-25%, je nach Höhe des Elterneinkommens) abgezogen. Die Einkommensgrenzen dafür werden durch die Novelle um durchschnittlich 9,3% angehoben. Das eigene Einkommen wiederum darf die gesetzliche Zuverdienstgrenze von 15.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Andernfalls kommt es zu Rückzahlungen. 

BMBWF unterstützt Studierende auch mit anderen Maßnahmen

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat das BMBWF eine Vielzahl an Unterstützungsmaßnahmen für Studierende umgesetzt. Das zeigt sich etwa an der erwähnten Zuverdienstgrenze, die 2020 rückwirkend von 10.000 auf 15.000 Euro angehoben wurde. Bereits zuvor war das Sommersemester 2020 zum „neutralen Semester“ erklärt worden, wodurch sich die Anspruchsdauer, aber auch die Altersgrenzen für den Bezug der Studienbeihilfen um ein halbes Jahr verlängert haben. Dazu kommt die Neuauflage der mit 450.000 Euro dotierten Corona-Nothilfe des BMBWF und der Österreichischen Hochschüler/innenschaft (ÖH) für das laufende Studienjahr 2021/22. Erst vor Kurzem hat die Studienbeihilfenbehörde allen rund 50.000 Bezieher/innen 300 Euro als Corona-Bonus als Unterstützung überwiesen. 

Seit 51 Jahren verlässliche Partnerin – die Studienbeihilfenbehörde

Die Studienbeihilfenbehörde ist gemeinsam mit ihren sechs Stipendienstellen seit nunmehr 51 Jahren für die Abwicklung der Studienförderung und daher nun auch für die Umsetzung der aktuellen Studienförderungsreform verantwortlich. 

Links

Allgemeine Informationen Details zur Studienbeihilfe auf der BMBWF-Webseite
Webseite der Studienbeihilfenbehörde – www.stipendium.at 

Download

Medieninformation „Punktgenau, lebensnah, sozial ausgewogen: Erhöhung der Studienbeihilfe bis zu 12 % - Neues Fördersystem bringt Studienbeihilfebezieher/innen spürbar mehr Geld“ (PDF, 159 KB)