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Gleichstellungspolicy an Schulen

Die Gleichstellungspolicy im Schul- und Bildungsbereich orientiert sich am Gleichstellungsziel des BMBWF im Rahmen der wirkungsorientierten Budgesteuerung (UG 30): Verbesserung der Bedarfsorientierung und der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen. Sie fokussiert auf den Abbau der horizontalen Geschlechtersegregation bei der Ausbildungswahl und auf den Abbau von Geschlechterdifferenzen im Bereich der Kompetenzentwicklungen. Als wichtige Hebel zur Gegensteuerung wurde die Vermeidung von sehr frühen Wahlverpflichtungen (zum Beispiel bei der Werkerziehung auf der 5. Schulstufe) identifiziert, sowie der Aufbau von Gender- und Diversitätskompetenz auf allen Ebenen des Bildungssystems im Sinne im Sinne des dreigliedrigen Gleichstellungsziels des Ressorts:

  • Fix the institution: Stärkung von geschlechtergerechten Veränderungsprozessen innerhalb von Organisationen 
  • Fix the knowledge: Förderung der Einbindung der Geschlechterdimension in Pädagogik , Forschung und Lehre 
  • Fix the numbers: Abbau von Geschlechtersegregationen auf allen Ebenen

Fortschritte in Bezug auf den Abbau der horizontalen Geschlechtersegregation werden derzeit gemessen anhand der Entwicklung der Kennzahl: „Anteil Schülerinnen und Schüler in geschlechtsuntypischen Schulformen“ ( 10. Schulstufe)  –  vergleiche Bundesvoranschlag 2019

Im Zuge der Ausweitung des Fokus auf die gesamte Bildungskette und der Weiterentwicklung der Steuerungssysteme im Schul- und Bildungsbereich auf Grundlage des Bildungsreformgesetzes 2017 wird eine nachhaltige Implementierung von Gleichstellungszielen in diese Steuerungssysteme verfolgt. Die Wirkungsziele des Ressorts, also auch das Gleichstellungsziel, bilden einen zentralen Referenzrahmen für die Steuerung der Bildungsdirektionen in den Bundesländern über die jeweiligen Ressourcen-, Ziel- und Leistungspläne, aber auch bei der Steuerung der Ziel- und Leistunspläne/Ressourcenpläne der Pädagogischen Hochschulen wird die Thematik  Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung in Zukunft höhere Bedeutung erlangen.
Eine Konkretisierung der Gleichstellungspolicy für die pädagogische Praxis an den Schulen liefert der Grundsatzerlass Nr. 21/2018  zum Unterrichtsprinzip  „Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung“ (2018). Alle Schulen in Österreich sind demgemäß aufgefordert, die Dimension des Geschlechts im schulischen Lehren und Lernen - vor dem Hintergrund einer pluralistischen, von religiöser, kultureller und sozialer Vielfalt geprägten Gesellschaft - zu reflektieren. Ziel ist es, individuelle Handlungsspielräume zu erweitern und geschlechterstereotype Zuweisungen und Festschreibungen zu überwinden. In mehreren Lehrplänen finden sich entsprechende Präzisierungen entweder im Allgemeinen Bildungsziel, in den Allgemeinen didaktischen Grundsätzen oder auch in den Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände.