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Abbau von Geschlechtersegregationen

Das österreichische Schul-und Bildungssystem bietet vor allem auf Ebene der Sekundarstufe II eine Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich des differenzierten Berufsbildungssystems. Gleichzeitig bewirken anhaltende geschlechterbezogene Erwartungshaltungen und Zuschreibungen (Geschlechterstereotypen) vielfach eine Verengung bei den Wahlentscheidungen. Dies führt häufig dazu, dass die vorhandenen Potentiale und Interessen bei vielen jungen Frauen und Männern  nicht aktiviert werden. Verengte Perspektiven wirken sich auf deren Lebens- und Berufsperspektiven, die Einkommenschancen und auf die gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten aus. 

In diesem Sinne zielt das Wirkungsziel des BMBWF (Bereich Bildung UG 30)  im Rahmen der wirkungsorientierten Steuerung und die Gleichstellungskennzahl „Schülerinnen und Schüler in geschlechtsuntypischen Schulformen“ (10. Schulstufe) auf den Abbau von Geschlechtersegregationen in den verschiedenen Schulformen. Seit den letzten Jahren ist hier eine  Entwicklung zu etwas mehr Diversifizierung festzustellen. 

Auch im Sinne der Schlussfolgerungen des Rats der Europäischen Union sind die Mitgliedsstaaten aufgerufen, Maßnahmen zum Abbau von Geschlechtersegregationen im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt zu setzen. 

Ein wichtiger Meilenstein zum Abbau von Geschlechtersegregationen auf Ebene der Fächerwahl war mit der Schulorganisationsgesetz-Novelle vom 24.4.2012 (§ 21b) und dem Schulrechtsänderungsgesetz 2016 BGBl. I Nr. 56/2016 gesetzt worden, indem die bisher getrennten Wahlpflichtgegenstände Textiles und Technisches Werken auf der 5. Schulstufe zusammengeführt wurden. Dies eröffnet allen Mädchen und Buben den Aufbau von Basiskenntnissen in beiden Lernbereichen. Die  bisherige Wahlverpflichtung hatte zu stark geschlechterstereotypen Wahlprozessen geführt und zu Hemmschwellen vor allem bei Mädchen in Richtung technisch-handwerklicher Berufe.

Auch die schulische Ausbildungs- und Berufsorientierung spielt beim Abbau von Segregationen – in Verbindung mit der Elternarbeit - eine zentrale Rolle. Das sogenannte IBOBB-Konzept des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Lehrplan zur verbindlichen Übung „Berufsorientierung“ für die 7. und 8. Schulstufe sehen eine geschlechterreflexive Ausbildungs- und Berufsorientierungsberatung dezidiert vor. Auch die Lehrgänge der Pädagogischen Hochschulen für Berufsorientierungslehrer/innen und Berufsorientierungskoordinator/inn/en sehen ein verpflichtendes Modul zur Reflexion von Gender- und Diversitätsfragen im Dienste der Erweiterung von Perspektiven vor. 

Die bundesweiten Angebote des traditionsreichen „Girls' Day“ und „Boys' Day“ sollten allen Schulen in der Sekundarstufe I bekannt sein. Die Einbettung in ein schulstandortspezifisches Konzept zur Berufsorientierung und die sogenannte Erklärung zur schulbezogenen Veranstaltung (durch das Klassen- beziehungsweise Schulforum) soll frühzeitig erfolgen und die Teilnahme der Jugendlichen ist zu unterstützen. Auch am Girls Day im Bundesdienst nimmt das BMBWF seit Jahren teil. Es bietet 10 – 16 jährigen Schülerinnen die Gelegenheit, einen Tag lang in unterschiedliche Berufe im Bundesministerium selbst oder auch in Institutionen im Umfeld des Ministeriums (zum Beispiel Forschungseinrichtungen, ZAMG, et cetera) „hineinzuschnuppern“.  Ziel ist es, Mädchen Einblicke in MINT-Arbeitsfelder zu bieten, um Hemmschwellen abzubauen. 

Weiterführende Links zu vom BMBWF unterstützte Initiativen  im Schul- und Bildungsbereich

Auch im Hochschul- und Wissenschaftsbereich gibt es zahlreiche  Strategien zur Förderung von Frauen im MINT-Bereich, zum Beispiel durch Stipendien  für Nachwuchsforscherinnen, durch Verankerung von Maßnahmen in den Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten und anderes.
Förderung von Frauen im MINT-Bereich

Inhaltlicher Stand: 10.10.2018