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Geschlechterreflexive Gewaltprävention

Gewalt unter Kindern und Jugendlichen hat nicht selten eine Geschlechterdimension, beispielweise wenn es um sexualisierte Gewalt oder Belästigungen geht, wenn es um aggressiv ausgetragene körperliche Auseinandersetzungen unter Jugendlichen geht oder wenn es um Bullying beziehungsweise Mobbing geht, bei dem Schüler/innen über längere Zeit abwertenden Handlungen oder (auf das Geschlecht bezogenen) Kommentaren ausgesetzt sind. Die Geschlechter sind oftmals unterschiedlich von Gewalt betroffen beziehungsweise unterschiedlich an Gewaltsituationen beteiligt. Ein geschlechtssensibler und reflektierter Umgang mit alltäglichen Formen von Gewalt und aggressivem Verhalten auch im Raum Schule, das Wahrnehmen von Zusammenhängen zwischen Gewalt, geschlechtsspezifischer Sozialisation und Rollendruck sowie strukturellen Geschlechterungleichheiten im Sinne der auch von Österreich ratifizierten Istanbul-Konvention  kann helfen, gezieltere und erfolgreichere Präventionsarbeit im Sinne der Persönlichkeitsstärkung, der Erweiterung von Handlungsspielräumen und des Abbaus von Sexismus und Gewalt im Sinne des Grundsatzerlasses „Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung“ zu leisten. 

Projekt „Weiße Feder - Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt“

Die "Weiße Feder" ist ein Zeichen der Solidarität und ein Zeichen, dass Gewalt an/von jungen Menschen keinen Platz an unseren Schulen und in unserer Gesellschaft haben darf.

Zwangsverheiratung, Traditionsbedingte Gewalt an Mädchen und Frauen / Gewalt im Namen der Ehre

Zwangsverheiratung ist seit 2016 in Österreich verboten und gilt als Menschenrechtsverletzung (eigener Straftatbestand § 106a StGB). Kriterien sind: eine Ehe wird durch Machtausübung oder Gewaltanwendung und gegen den Willen eines oder beider potenziellen Ehepartner geschlossen; Auch FGM (Female Genital Mutilitation beziehungsweise weibliche Genitalverstümmelung) kommt in Österreich vor und gilt als „absichtliche schwere Körperverletzung“. Beratung, Präventionsarbeit und Schutz bieten einschlägige von unterschiedlichen Ressorts mitfinanzierte Anlaufstellen und Projekte:

Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung unter besonderer Berücksichtigung des Themas "Gewalt im Namen der Ehre", Basiswissen und Herausforderungen für Schulen

Die Handreichung greift eine spezifische Form von geschlechtsspezifischer Gewalt auf, mit der auch Schulen konfrontiert sein können. Sie vermittelt Basiswissen und soll für die Thematik sensibilisieren.
Die Autorin der Handreichung -  Emina Saric – beschreibt pädagogische Herausforderungen im Umgang und liefert Anregungen auf Grundlage ihrer Erfahrungen als Leiterin des Projektes HEROES – Gegen Gewalt im Namen der Ehre in der Steiermark.
Diese Erfahrungen bildeten auch die Grundlage eines Kooperationsprojekts der KPH Graz im Studienjahr 2019/20. Die dabei entwickelten Fortbildungs- und Beratungsformate sollen nun auch bundesweit interessierten Pädagoginnen und Pädagogen, Schulleitungen und Multiplikator/innen im Bereich der schulischen, psychosozialen Unterstützungssysteme zugänglich gemacht werden.
Download (PDF, 531 KB)

BMBWF, Graz/Wien, Jänner 2021

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