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Neue Mittelschule

Die (Neue) Mittelschule ist seit 1. September 2012 eine gesetzlich verankerte Regelschule. Mit dem Schuljahr 2018/19 hat die (Neue) Mittelschule (N)MS die Hauptschule als Pflichtschule für die 10- bis 14-Jährigen ersetzt. Alle Schülerinnen und Schüler der Volksschule können nach positivem Abschluss der Volksschule eine (Neue) Mittelschule besuchen.

 Im Zuge des Pädagogik-Pakets 2018 wurden für die Neue Mittelschule einige Änderungen beschlossen, die im Schuljahr 2019/20 an 169 Standorten in einem Schulversuch erprobt werden. Dazu gehören unter anderem die Ermöglichung von dauerhafter Gruppenbildung in den Gegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache und die Weiterentwicklung der Leistungsbeurteilung in diesen Fächern. Die Änderungen gelten für alle Neue Mittelschulen ab dem Schuljahr 2020/21. Zu diesem Zeitpunkt wird die „Neue Mittelschule“ auch in „Mittelschule“ (MS) umbenannt.

Aufgabe der (Neuen) Mittelschule

Die (Neue) Mittelschule hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler je nach Interesse, Neigung, Begabung und Fähigkeit für den Übertritt in weiterführende mittlere und höhere Schulen zu befähigen sowie auf das Berufsleben vorzubereiten.

Ziel ist es, jede Schülerin und jeden Schüler im Sinne der Chancengerechtigkeit bestmöglich individuell zu fördern. Durch eine fundierte Bildungs- und Berufsorientierung erhalten Schülerinnen und Schüler, aufbauend auf ihre Stärken, gezielte Beratung, um eine verbesserte Bildungs- und Berufsentscheidung am Ende der (N)MS sicherzustellen.

Der (N)MS-Lehrplan

Der (N)MS Lehrplan verbindet den Leistungsanspruch der AHS-Unterstufe mit einer neuen Lern- und Lehrkultur. Die Orientierung an den Potenzialen und Talenten der Schülerinnen und Schüler steht im Vordergrund.

Neben den Sonderformen der Musik-Mittelschulen und der Sport-Mittelschulen, sieht der (N)MS Lehrplan vier mögliche Schwerpunktbereiche vor:

  • Sprachlich-humanistisch-geisteswissenschaftlich
  • Naturwissenschaftlich-mathematisch
  • Ökonomisch-lebenskundlich
  • Musisch-kreativ

Darüber hinaus können weitere autonome Schwerpunktsetzungen an den jeweiligen Schulstandorten vorgenommen werden.

Zahlreiche (Neue) Mittelschulen bieten ganztägige Betreuungsformen. Informationen dazu können bei der zuständigen Bildungsdirektion eingeholt werden.

Pädagogische Merkmale und Besonderheiten zur Differenzierung und Individualisierung

Grundsätzlich werden in der (Neuen) Mittelschule alle Schülerinnen und Schüler in allen Unterrichtsgegenständen gemeinsam in der Klasse unterrichtet. Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem Lerntempo unterstützen einander und profitieren voneinander.

In den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache sowie in Pflichtgegenständen eines (schulautonomen) Schwerpunktbereiches sind aus den folgenden pädagogischen Fördermaßnahmen von den Lehrerinnen und Lehrern in koordiniertem Zusammenwirken mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter auszuwählen:

  1. Individualisierung des Unterrichts,
  2. differenzierter Unterricht in der Klasse,
  3. Begabungs- einschließlich Begabtenförderung,
  4. Maßnahmen der inklusiven Pädagogik und Diversität,
  5. Förderung in temporär gebildeten Schülergruppen,
  6. Förderung in Förder- bzw. Leistungskursen,
  7. Unterrichten im Lehrerteam (Teamteaching) und
  8. Möglichkeit der Förderung in dauerhaften Schülergruppen ab der 6. Schulstufe (ab dem Schuljahr 2020/21 bzw. im Schulversuch NMS-Pädagogik-Paket-Pilotierung).

 Leistungsbeurteilung (auslaufend mit dem Schuljahr 2019/20)

Das Notensystem wird wie in der Volksschule mit der 5-teiligen Notenskala in allen Unterrichtsgegenständen fortgeführt. Ab der 7. Schulstufe gibt es allerdings in den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache eine differenzierte Form der Leistungsbeurteilung. Ziel ist es, den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben und ihre Stärken, Begabungen und Talente längerfristig zu beobachten.

In Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik erfolgt in der 7. und 8. Schulstufe (3. und 4. Klasse der NMS) die Beurteilung nach den Bildungszielen einer vertieften oder grundlegenden Allgemeinbildung.

Die Beurteilung nach dem Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung entspricht der Beurteilung an der AHS-Unterstufe und wird im Zeugnis mit dem Zusatz „vertiefte Allgemeinbildung“ ausgewiesen.

Ein Beispiel:

Ein „Befriedigend“ in Deutsch mit dem Zusatz „vertiefte Allgemeinbildung“ ist ident mit einem „Befriedigend“ in Deutsch an einer AHS-Unterstufe. Eine negative Beurteilung nach dem Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung gibt es nicht, da in diesem Fall die Schülerin oder der Schüler entsprechend dem Bildungsziel der grundlegenden Allgemeinbildung beurteilt wird.

Ergänzende Rückmeldung

Zusätzlich zur Beurteilung mit Ziffernnoten werden durch die folgenden besonderen Elemente die Stärken, Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gerückt:

  • Ergänzende differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL)

Für jede erfolgreich absolvierte Schulstufe erhält die Schülerin/der Schüler zusätzlich zum Jahreszeugnis eine ergänzende differenzierende Leistungsbeschreibung, die individuelle Stärken sichtbar werden lässt.

  • Kinder-Eltern-Lehrer/innen-Gespräche (KEL-Gespräche)

KEL-Gespräche sind Kinder-Eltern-Lehrpersonen-Gespräche, die regelmäßig stattfinden. Schülerinnen und Schüler führen mit ihren Eltern und Lehrkräften gemeinsam ein Gespräch über Lernerfolge, Lernfortschritte und Lernprozesse. Die Schülerinnen und Schüler werden auf diese Form der Rückmeldung in der Schule vorbereitet. Die KEL-Gespräche stärken das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler und sorgen darüber hinaus für ein wertschätzendes Schulklima.

Übertrittsberechtigungen

 Übertritt in eine höhere Schule (mit Matura, z.B. AHS-Oberstufe, HTL, HAK, BORG, HLW …)

(auslaufend mit dem Schuljahr 2019/20):

Möchte eine Schülerin oder ein Schüler nach der ersten oder zweiten Klasse der Neuen Mittelschule (NMS) in eine höhere Klasse der AHS-Unterstufe wechseln, darf die Beurteilung in den Gegenständen Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik nicht schlechter als „Sehr gut“ oder „Gut“ sein.

Nach erfolgreichem Abschluss der dritten oder vierten Klasse NMS ist Voraussetzung, dass in allen Fächern, die eine Gliederung in „grundlegende“ und „vertiefte“ Allgemeinbildung aufweisen, nach den Anforderungen der vertieften Allgemeinbildung beurteilt wurde. Wenn in einem dieser Gegenstände das Ziel der vertieften Allgemeinbildung nicht erreicht wurde, die Klassenkonferenz jedoch feststellt, dass die Schülerin oder der Schüler aufgrund der sonstigen Leistungen den Anforderungen einer höheren Schule gewachsen ist, so ist die Schülerin oder der Schüler zum Besuch einer höheren Schule berechtigt.

In allen anderen Fällen ist eine Aufnahmsprüfung abzulegen.

Übertritt in eine 3-jährige mittlere Schule (ohne Matura, z.B. Fachschule, Handelsschule) (auslaufend mit dem Schuljahr 2019/20):

Eine Beurteilung mit der Note „Befriedigend“ in Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik mit dem Zusatz „grundlegende Allgemeinbildung“ bedeutet, dass der/die Schüler/in zum Besuch einer 3-jährigen mittleren Schule berechtigt ist. Wenn einer dieser Gegenstände mit „Genügend“ benotet wurde, die Klassenkonferenz jedoch feststellt, dass der Schüler oder die Schülerin aufgrund der sonstigen Leistungen den Anforderungen einer 3-jährigen mittleren Schule gewachsen ist, so ist der Schüler oder die Schülerin zum Besuch einer 3-jährigen mittleren Schule berechtigt.

Wenn mehr als ein Fach mit der Note „Genügend“ und dem Zusatz „grundlegende Allgemeinbildung“ beurteilt wurde, kann auch eine Aufnahmsprüfung abgelegt werden.

Der Übertritt in eine Polytechnische Schule steht allen offen.

Leistungsbeurteilung NEU ab dem Schuljahr 2020/21

(im Schulversuch NMS-Pädagogik-Paket-Pilotierung bereits im Schuljahr 2019/20 gültig)

Bei der Beurteilung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler wird nun ab der 6. Schulstufe zwischen zwei Leistungsniveaus, mit den Bezeichnungen „Standard“ und „Standard AHS“, unterschieden. Die Beurteilung nach dem Leistungsniveau „Standard AHS“ entspricht jenem der AHS-Unterstufe. In beiden Leistungsniveaus sind Noten von 1-5 möglich. Im Zeugnis wird ausgewiesen, nach welchem der beiden Leistungsniveaus eine Schülerin bzw. ein Schüler beurteilt wurde. Eine Zuordnung zu einem anderen Leistungsniveau ist jederzeit möglich.

Übertrittsberechtigungen NEU ab dem Schuljahr 2020/21

(im Schulversuch NMS-Pädagogik-Paket-Pilotierung ab dem Schuljahr 2019/20 gültig)

Berechtigungen zum Übertritt in eine allgemeinbildende höhere Schule:

Eine Schülerin oder ein Schüler, der oder die die erste Klasse der Mittelschule (MS) erfolgreich absolviert hat, darf in die zweite Klasse der AHS-Unterstufe wechseln, sofern die Beurteilung in den Gegenständen Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik nicht schlechter als „Gut“ ist.

Nach erfolgreichem Abschluss der zweiten, dritten oder vierten Klasse der Mittelschule ist der Übertritt in die nächste Klasse einer höheren Schule möglich, wenn der Schüler oder die Schülerin in allen leistungsdifferenzierten Pflichtgegenständen gemäß dem höheren Leistungsniveau (Standard AHS) oder gemäß dem niedrigeren Leistungsniveau (Standard) nicht schlechter als mit „Gut“ beurteilt wurde.

Aus jenen Pflichtgegenständen, in denen die Voraussetzungen nicht erfüllt werden, ist eine Aufnahmsprüfung abzulegen. Dies gilt für den Übertritt in eine allgemeinbildende höhere Schule auch für jene Pflichtgegenstände, die der Schüler bzw. die Schülerin bisher nicht besucht hat, die jedoch in der angestrebten Klasse weiterführend unterrichtet werden.

Abweichend von den vorstehenden Bestimmungen setzt die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die 2., 3. oder 4. Klasse einer allgemeinbildenden höheren Schule den Besuch der vorhergehenden Stufe der Mittelschule oder der Sonderschule voraus.

Berechtigungen zum Übertritt in eine berufsbildende höhere Schule (mit Matura):

Voraussetzung für die Aufnahme in eine berufsbildende höhere Schule ist der erfolgreiche Abschluss der 4. Klasse der Mittelschule und in allen leistungsdifferenzierten Pflichtgegenständen eine Beurteilung gemäß dem Leistungsniveau „Standard AHS“ oder eine Beurteilung gemäß dem Leistungsniveau „Standard“ nicht schlechter als „Gut“.

Aufnahmsbewerberinnen und Aufnahmsbewerber der Mittelschule haben aus jenen leistungsdifferenzierten Pflichtgegenständen, in denen diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, eine Aufnahmsprüfung abzulegen.

Übertritt in eine 3-jährige mittlere Schule (ohne Matura, z.B. Fachschule, Handelsschule)

Voraussetzung für die Aufnahme in eine berufsbildende mittlere Schule ist der erfolgreiche Abschluss der 8. Schulstufe. Zusätzlich zum erfolgreichen Abschluss der 8. Schulstufe setzt die Aufnahme in eine mindestens dreijährige berufsbildende mittlere Schule von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule voraus, dass er oder sie gemäß dem Leistungsniveau „Standard AHS“ oder gemäß dem Leistungsniveau „Standard“ nicht schlechter als mit „Befriedigend“ beurteilt wurde. Aus jenen leistungsdifferenzierten Pflichtgegenständen, in denen diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, ist eine Aufnahmsprüfung abzulegen.

Der Übertritt in eine Polytechnische Schule steht allen offen.