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Schulfreiräume und Gender

Schulfreiräume und Gender
Beispiel Pausennutzung im Schulhof einer Volksschule

Schulfreiräume sind wichtige Bewegungsräume, Lernorte und Treffpunkte für Kinder und Jugendliche. Da Schüler/innen vermehrt Zeit in Schule und Nachmittagsbetreuung verbringen, gewinnen Schulfreiräume zunehmend an Bedeutung als zentrale Orte für die körperliche und die soziale Entwicklung. Dabei wird der schulische Freiraum nicht als bloß vorgegebener „Umraum“ gesehen. Vielmehr stellen Schüler/innen als handelnde Menschen in ihrer Leiblichkeit und in ihren Interaktionen den physisch-materiellen Raum laufend mit her.

Schulfreiräume und Gender: Legende der Nutzungskarte
Legende der Nutzungskarte

Neben der Bedeutung der Schul(frei)räume als Lernorte/Learnscapes sind diese auch für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wichtig. Schule steht dabei im Spannungsfeld von verhaltens- und verhältnisorientierter Gesundheitsförderung und schließt bewegtes Lernen im Schulzimmer sowie aktives Erholen auf dem Pausenplatz mit ein. Gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse und Bewegungs(frei)räume im Setting Schule zu schaffen und zu gestalten, ist auch angesichts unzureichender Bewegung von Mädchen und Buben ein wichtiger Verantwortungsbereich von Schule geworden.

Dabei ist es wichtig, auch die Geschlechterverhältnisse in den Blick zu nehmen, denn Schule hat sich bislang nicht immer als Ort erwiesen, an dem sich Unterschiede zwischen Mädchen und Buben reduzieren, sondern an dem tradierte Verhaltensweisen durchaus auch gefestigt werden. Geschlechterunterschiede in der Nutzung öffentlicher Räume finden sich auch im schulischen Umfeld wieder. Die Frage, inwiefern Mädchen in der Freiraumnutzung ihre Schwerpunkte nach wie vor in der sozialen Interaktion setzen und Buben verstärkt in der Bewegung, greift die Studie um „Schulfreiräume und Geschlechterverhältnisse“ von Diketmüller und Studer (2007) auf. An 20 österreichischen Schulen wurde das Pausenverhalten von Schülerinnen und Schülern erhoben, Einstellungen von Lehrkräften und Schüler(inne)n wurden erfragt sowie die schulischen Rahmenbedingungen (Schulordnungen, Schulklima) analysiert. Die Autorinnen kommen dabei zum Schluss, dass es v. a. auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen ankommt, welche Möglichkeiten Mädchen und Buben vorfinden, auch jenseits tradierter Vorgaben und Bewegungsweisen schulische Pausen- und Bewegungsräume zu gestalten und zu nutzen.

Gesetzliche Vorgaben wie die Unterrichtsprinzipien Chancengleichheit und Gesundheitserziehung unterstreichen die Bedeutung dieses Themas.